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BLM-Präsident im Rahmen eines Festaktes aus dem Amt verabschiedet - Stabübergabe an Siegfried Schneider

30.09.2011 | 64 / 2011

Stabwechsel in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM): Am gestrigen Donnerstag wurde im Rahmen eines Festakts der bisherige BLM-Präsident Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring in München verabschiedet und Siegfried Schneider als neuer BLM-Präsident begrüßt. Damit endet die mehr als 25-jährige Amtszeit Rings in der bayerischen Medienaufsicht, der durch seine Funktion als Präsident der BLM und als Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz die Gestaltung der privaten Rundfunklandschaft in Bayern und den Jugendmedienschutz in Deutschland wie kein Zweiter prägte. An den Abschiedsfeierlichkeiten nahmen rund 400 Gäste teil.

BLM-Geschäftsführer Martin Gebrande begrüßte den Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, Dr. Marcel Huber, den Chef der Bayerischen Staatskanzlei, und den Medienstaatssekretär der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, Marc Jan Eumann, sowie weitere hochkarätige und führende Vertreter aus Medienpolitik, Medienaufsicht, Medienwirtschaft, Wissenschaft und Journalismus: darunter den ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber, Thomas Fuchs, den derzeitigen Vorsitzenden der DLM und ZAK, Dr. Helmut Richter, Vorsitzender der Gremienvorsitzendenkonferenz der Landesmedienanstalten, Ulrich Wilhelm, den Intendanten des Bayerischen Rundfunks, Bernd Lenze, Vorsitzender des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks, Dr. Herbert Kloiber, geschäftsführender Gesellschafter der Tele München Gruppe, die Familie Oschmann, Andreas Bartl, Vorstand Fernsehen Deutschland der ProSiebenSat.1 Media AG, VPRT-Präsident Jürgen Doetz, VBL-Präsident Willi Schreiner, Helmut Markwort, Herausgeber des Focus, Patricia Riekel, Chefredakteurin der Bunten, sowie Medienaltmeister Dr. Georg Kofler.

Dr. Erich Jooß, Vorsitzender des Medienrats der BLM, würdigte die langjährige Tätigkeit Rings als BLM-Präsident. In seiner Amtszeit habe sich Ring als „Standortpolitiker ohne Scheuklappen“ und als der Ideengeber der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien und der bayerischen Medienpolitik bewiesen. „Wir schließen heute Abend ein erfolgreiches Kapitel bayerischer Medienpolitik ab, das mit dem Namen des Präsidenten Prof. Dr. Ring verbunden bleibt“, erklärte Jooß. Mit Blick auf die Zukunft verwies er auf eine Reihe offener Fragen, zu der die Gewährleistung der regionalen Fernsehlandschaft in Bayern und die Digitalisierung des Hörfunks ebenso gehören wie die wachsende Bedeutung der Medienpädagogik. Insbesondere müsse sich die Landeszentrale noch stärker als bisher neuen Medienentwicklungen wie Social Media und hybriden Medienangeboten öffnen, betonte der Medienratsvorsitzende. Angesichts dieser Herausforderungen erwarte den neuen BLM-Präsidenten ein schwieriges Amt. „Wir haben Siegfried Schneider als Politiker gewählt, der in seinen Ämtern weitreichende Erfahrungen sammeln und viele Kontakte knüpfen konnte. Wir haben Sie, lieber Herr Schneider, aber auch gewählt, weil Sie aus einer bayerischen Region kommen und Ihre Bodenständigkeit hoffentlich nicht an der Garderobe der großen Medienunternehmen abgeben“, so Jooß.

Manfred Nüssel, Vorsitzender des Verwaltungsrats der BLM, bekräftigte, dass er sich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem neuen Präsidenten freue, die sich bereits in den vergangenen Wochen abgezeichnet habe. Die Zusammenarbeit zwischen Professor Ring und dem Verwaltungsrat habe sich stets durch Kontinuität und Verlässlichkeit ausgezeichnet.

Ministerpräsident Seehofer: „Hinter jedem Erfolg der BLM steht Professor Ring“

„Hinter jedem Erfolg der BLM steht Professor Ring“, erklärte der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. „Sein Name steht für Qualität und Zukunftsverantwortung.“ Ring habe mehr als 35 Jahre lang die Medienlandschaft mitgestaltet und diese wie kein anderer geprägt. „Sie haben gestaltet. Sie sind der Vater des privaten Rundfunks in Bayern. Bayern ist der heute führende und gefragteste Medienstandort. Dies ist vor allem Ihr Verdienst.“
Seehofer gratulierte der BLM zum neuen Amtsinhaber, der dazu neige ausgetretene Pfade zu verlassen, um sich dem Neuen erfolgreich zuzuwenden.

Der neue BLM-Präsident Siegfried Schneider erklärte zum Amtsantritt, dass er in den kommenden Monaten vor allem an der Sicherung und Stärkung des lokalen und regionalen Rundfunks arbeiten wolle. Weitere Schwerpunkte seien die Förderung der Medienausbildung und Qualitätssicherung, eine Werbezeitenbegrenzung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie eine effektive Aufsicht und präventive Medienpädagogik. Schneider bekräftigte: „Wir wollen keine deutsche Ländermedienanstalt.“ Rundfunkpolitik solle Ländersache bleiben. „Ich freue mich sehr, dass dieser Stabwechsel jetzt stattfindet. Da stehen große Schuhe vor dem Büro des Präsidenten.“

Ring betonte in seiner Abschiedsrede den Erfolg der föderalen Medienaufsicht in Deutschland, die im Ergebnis eine vielfältigere und wettbewerbsfähigere private Rundfunklandschaft hervorgebracht habe als Länder mit zentralistischen Strukturen. Insbesondere wertete er das Ergebnis der neuesten bundesweiten Studie zur Wirtschaftlichkeit und Beschäftigtensituation des Rundfunks in Deutschland als Beweis für den Erfolg der bayerischen Medienpolitik, wonach in Bayern mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes des privaten Rundfunks in Deutschland erwirtschaftet wird. Abschließend fasste Ring zusammen, dass es heute schwieriger geworden sei, Medienpolitik zu betreiben: „Der von mir zumindest so wahrgenommene Bedeutungsverlust von Medienpolitik ist nicht nur bedauerlich, ich halte ihn für einen gravierenden Fehler. Aus meiner Sicht ist Medienpolitik heute wichtiger denn je, weil wir durch die Auswirkungen der Digitalisierung einen gesellschaftlichen Umbruch erleben, wie es ihn in der Geschichte nur selten gegeben hat.“ Bei aller grundsätzlichen Sympathie für marktgetriebene Entwicklungen sei nicht damit zu rechnen, dass der Markt in Zukunft alleine für eine gemeinwohlverträgliche Medienentwicklung sorgen werde. Die Mitwirkung pluraler Gremien an grundsätzlichen Entscheidungsprozessen sei daher umso wichtiger.

Der scheidende BLM-Präsident dankte Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und den Gremien sowie Kollegen, Unternehmern, Opponenten und Mitstreitern für die langjährige und fruchtbare Zusammenarbeit. Ring wird die deutsche Medienentwicklung weiterhin als Sachverständiger in der Enquetekommission des Bundestags für Internet und digitale Gesellschaft begleiten.

Abgerundet wurde der Festakt durch eine filmische Hommage von ProSiebenSat.1-Gruppe und Landeszentrale an Professor Ring, in der Weggefährten sein langjähriges Wirken als BLM-Präsident mit einem Augenzwinkern kommentierten.


>> Kontakt: Dr. Wolfgang Flieger, Tel. (089) 63808-313, wolfgang.flieger@blm.de.