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Der Kontext entscheidet - Local Web Conference zeigt Dimension von orts- und datenbasierten Dienstleistungen

17.04.2015 | 25 / 2015

Unter dem Motto „context matters“ beschäftigten sich am 15. April 2015 die Referenten der fünften Local Web Conference mit den Möglichkeiten eines intelligenten „Internet of Everything“, in dem Menschen, Geräte und Maschinen miteinander verknüpft sind und ständig kommunizieren.

Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), betonte in seiner Begrüßung die Notwendigkeit für Medienunternehmen, sich mit den neuen Nutzungsmöglichkeiten im intelligenten Internet auseinander zu setzen: Lokale Medienanbieter hätten durch ihre einzigartigen Inhalte einen Vorteil, so Schneider, jedoch entschieden künftig Kontext und Metadaten über deren Erfolg.
 
Dr. Markus Söder, Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, stellte in seiner Keynote die Bedeutung einer modernen Infrastruktur in den Vordergrund. „Wir brauchen den flächendeckenden Breitbandausbau und auch freies WLAN auf allen Marktplätzen. Ein schnelles Netz ist die Grundvoraussetzung für die Zukunftsfähigkeit des Standorts Bayern.“ WLAN brauche auch keine Störerhaftung, betonte Söder mit Blick auf die Diskussion über diese Haftungspflicht der WLAN-Betreiber.
 
Warum Kontextsensitivität das zentrale Merkmal eines intelligenten Internets ist, erläuterte Datenanalyst Joseph Dureau vom Pariser Unternehmen snips. Wann, wo und in welcher Situation Menschen eine Information erhalten, ist entscheidend für den Nutzen. Anwendungen, die diesen Kontext berücksichtigen können, bieten echten Mehrwert und werden zu einem aktiven Begleiter.
 
Die Zukunft der Mobilität wird eng mit dem lokalen Web verbunden sein, prognostizierte Vera Schmidt, Leiterin der Advanced User Experience bei Mercedes-Benz. Selbstfahrende Autos sind auf Informationen aus dem lokalen Netz angewiesen, und Fahrgäste haben Zeit, lokale Angebote zu nutzen. Prof. Erich Schöls von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt ergänzte, dass sich auch Städte grundlegend verändern werden und Mobilität ganz neu definiert werden muss.
 
Strategien großer Softwarehersteller, auf neue Bedürfnisse in der digitalen Arbeitswelt zu reagieren, stellte Helene Christensen von Microsoft Deutschland vor. Für die Umsetzung der Vision, dass feste Büros in der digitalen Arbeitswelt zur Ausnahme werden, ist die Verfügbarkeit und intelligente Verknüpfung von Software und Daten das entscheidende Kriterium.
 
Wie die Krise im lokalen Einzelhandel mit Hilfe des lokalen Webs überwunden werden kann, verdeutlichte Andreas Haderlein am Beispiel der Online City Wuppertal. Eine Lösung, die in diesem Zusammenhang mit großen Erwartungen gestartet war, sind die so genannten Beacons. Richard Lemke von favendo und Benjamin Thym von barcoo zeigten, dass Einzelhändler mit Beacons bereits viel über Ihre Kunden lernen können, jedoch das Potenzial der Technologie in der Datenverwertung noch verschenkt wird.
 
Fliegende Kameradrohnen konnten die Teilnehmer bei der Demonstration von Fabian Werba und Max Ruppert beobachten. Die Drohnenjournalisten ließen eine kleine Vierpropeller-Maschine fliegen und zeigten, welche technischen, journalistischen, aber auch ethischen Herausforderungen der Einsatz mit sich bringt.
 
Zum Abschluss der Konferenz blickte Dr. Ansgar Mayer von computerbild optimistisch in die Zukunft des lokalen Webs: „Wir sehen den Anfang einer neuen Ära, der Kontext wird zum zentralen Bestandteil, um den herum Angebote entwickelt werden. Wer ich bin und wo ich bin, sollte darüber entscheiden, was ich bekomme.“
 
Alle Videos der Vorträge finden sie auf www.localwebconference.de

Die Local Web Conference ist eine Veranstaltung der Bayerischen Medien-Servicegesellschaft mbH (BayMS).