Cookie Hinweis
BLM-Preisverleihung 2019
Zurück zur vorherigen Seite

Lokale Themen begeistern Hörer und Zuschauer

Ob ernsthaft, berührend oder einfach nur zum Lachen – eines haben die Gewinnerbeiträge der Hörfunk- und Lokalfernsehpreise der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) gemeinsam: Alle bestechen durch den genauen Blick auf und die besondere Umsetzung von lokalen Themen. Auf den Lokalrundfunktagen 2019 wurden heute bayerische Hörfunk- und TV-Journalistinnen und -Journalisten ausgezeichnet. „Die Gewinner erzählen aufwändige und spannende Geschichten mit tollen Protagonisten – und das immer tagesaktuell und lokal“, so der Juryvorsitzende Dr. Torsten Rossmann. Dotiert sind die Preise mit jeweils 3.000 Euro.

Preisträger Fernsehen

  • Jüdische Schicksale und eine Brücke zwischen den Generationen

In der Nazizeit wurden im Kreis Lichtenfels jüdischen Mitbürgern die Führerscheine abgenommen. Im Gewinnerbeitrag der Kategorie Aktuelle Berichterstattung und Information berichtet Reporter Andreas Heuberger von TV Oberfrankenüber ein historisches Forschungsprojekt des Meranier-Gymnasiums und eine begleitende Ausstellung von Schülerinnen und Schülern mit jüdischen Nachkommen. Jurymitglied Prof. Manfred Treml beeindruckte als Historiker besonders, dass es der Beitrag schafft, „eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen und inhaltlich auf Vermittlung und historische Erinnerung setzt – eine für das Lokalfernsehen besonders anerkennenswerte Leistung“.

  • Witz und Spontanität am roten Teppich

Alexander Onken von münchen.tvist nach Meinung von Jurymitglied Kathrin Müller-Hohenstein ein „Moderator, der keine Berührungsängste hat, der nie peinlich wird, der von vielen Prominenten geschätzt und gemocht wird, weil er ihnen auf Augenhöhe begegnet und ihnen Raum gibt“. Onken überzeugte in der Kategorie Reporter on Location mit Witz und Spontanität, egal ob beim Bayerischen Filmpreis oder bei der Spontan-Performance einer Brecht-Produktion mit Starensemble.

  • Starke Bilder – starke Gefühle

„Geschichten aus unserer Heimat“ sind das Steckenpferd von Reporterin Michelle Klein von main.tv in Aschaffenburg. Besonders gelungen ist ihr und dem Kameramann Jonas Seibert im vergangenen Jahr eine Sondersendung über den Weihnachtsmarkt in Amorbach. Dort hat sie mit selbst gebackenen Plätzchen lnterviewgäste besucht und wunderbare historische Entdeckungen gemacht. „Das Stück ist das beste Regionalfernsehstück, das ich seit langem gesehen habe. Kamera, Schnitt, Musikeinsatz, Voice-Over-Sprecher, Off-Text, Moderation sind außergewöhnlich gut und machen es zu einem wunderbaren Beitrag“, so Marc Rasmus aus der Jury.

  • 2.000 lnstaGRAMM Fleisch

Nachwuchsfilmer Fabian Röglin von Donau TVportraitierte Alexander Treml, einen Deggendorfer lnstagrammer und Internet-Koch, der vor allem junge Zuschauer inspiriert und zeigt, wie man sich einfach gesund und bewusst ernährt. Jurymitglied Dr. Florian Schuller: „Diese Arbeit ist unwahrscheinlich faszinierend. Sie hat schöne Bilder und ist für eine Abschlussarbeit wahnsinnig künstlerisch angelegt. Im Ganzen ein toller Beitrag, der signalisiert: Das ist ein Journalist mit Zukunft.“

  • Der traurige Grill

Wie ein Grill leidet, bis endlich wieder die Grillsaison beginnt, zeigt der Gewinnerspot „Grilando“ von Manuel Diemad und Nidal Al-Hariri von TV Mainfranken. Marc Rasmus war begeistert von der Produktion: „Ich liebe überraschende Ideen. Und die Idee, einen Grill so zu inszenieren, ist gut, ist aufmerksamkeitsstark und deshalb preiswürdig.“

Preisträger Hörfunk

  • Mutiges Stück: Lebensfreude mit Down-Syndrom

„Dass so ein Thema seinen Weg in die Morgensendung von Radio Euroherz findet und sich Moderator Tobias Schmalfuß getraut hat, ein schweres Thema in dem Umfang zu präsentieren, ist eine herausragende Leistung“, urteilte Jurorin Julia Schutz. Berührend und einfühlsam schildert das Stück den Alltag einer Familie mit einem Töchterchen mit Down Syndrom und gewann damit den Hauptpreis in der Kategorie Aktuelle Berichterstattung und Information.

  • Nachrichten im Hip-Hop-Style

Die wichtigsten Themen einer Woche aus der Sicht junger Erwachsener, das ist Inhalt der Gewinner-Rubrik „Der Radio Galaxy Wochen-Rap-Blick“. Hier bereiten die Moderatoren Philipp Scheiner und Jott Lischka humorvoll und modern aktuelle Nachrichten auf; selbst getextet, produziert und gemischt. Die Jury sei glücklich, dass Radio Galaxy „solche Talente im Sender hat“, so Jurorin Ina Tenz, denn „bei Rap kann viel schiefgehen, wenn man es nicht richtig macht“. In diesem Fall aber wurde der Ton genau getroffen und sehr gut mit Aktualität versetzt.

  • Vom Geschäft mit dem Tod

Drei Menschen, deren Berufe jeweils um den Tod kreisen: Ein Tatortreiniger in Nürnberg, eine junge Rechtsmedizinerin und ein Ansbacher Bestatter, der auch angesichts der täglich zu präparierenden Leichen jeden Alters seinen Humor nicht verliert. In der Kategorie Nachwuchs gewann Ronja Straub, der mit ihrem Feature ein tiefgründiger Einblick in eine Welt gelang, die zwar häufig als Krimikulisse dient, aber sonst gerne verdrängt wird. Der Beitrag ist bei Rabbit Radio, dem Campusradio der Hochschule Ansbach, entstanden und wurde bei afk max in Nürnberg ausgestrahlt. Juror Prof. Manfred Treml: „Ein Beitrag, der einen mit akustischem Realismus packt, wie ich es in der Qualität selten gehört habe. Dieser Beitrag zeigt, was das Medium leisten kann und welche Potenziale im Hörfunk stecken.“

  • Wenn Lokalradio ans Herz geht

Der elfjährige Leon aus Unterafferbach konnte mit seiner Familie nach Lungentransplantation und Reha in ein komplett saniertes Haus einziehen. Möglich wurde das durch eine Aktion von Radio Primavera. Die Preisträgerinnen Katharina Botzem und Julia Stockum starteten in der Region einen Aufruf, um Helfer, Firmen und Handwerker zu gewinnen. Jurorin Ina Tenz zeigte großen Respekt vor dem ganzen Primavera24-Team, so eine große Hilfsaktion umzusetzen. „Ein ganzes Dorf zu aktivieren, ist auch der Kerngedanke von Lokalradio: Beieinander zu stehen in harten Zeiten. Und die Umsetzung ist sehr gut gelungen – das geht ans Herz.“

  • Geschichtsstunde mit Spannung und Witz

Anlässlich der Wiedereröffnung des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth entstand eine preiswürdige Hörspielserie über das bewegte Leben der Markgräfin Wilhelmine, die den „Sonderpreis der Jury“ erhielt. Christian Höreth von Radio Mainwelle produzierte in Kooperation mit dem Gymnasium Christian-Ernestinum 15 spannende, witzige und effektvolle Folgen über die „Markgräfin Wilhelmine und ihr Opernhaus“. Eine Serie, die nach Meinung der Jury „nicht nur Geheimnisvolles und Kurioses aus der Lokalgeschichte belebt, sondern auch hochprofessionell produziert wurde und die Hörer bestens unterhält“.

Spezialpreis „Kultur, Medien und Kirchen“ geht an zwei Preisträgerinnen

Der Evangelische Presseverband für Bayern e.V. (EPV) und das katholische Medienhaus Sankt Michaelsbund (SMB) vergaben zum 12. Mal den Spezialpreis für herausragende Leistungen in den bayerischen Lokalradios und im Fernsehen. Dem Thema „Freiwilliges Engagement und Ehrenamt – die oft versteckten Säulen der Gesellschaft“ widmete sich Lilian Eichner, Volontärin bei Radio 8 in Ansbach, in ihrem ausgezeichneten Radiobeitrag „Der Weiße Engel“, einer Geschichte über aufopferungsvolle Nachbarschaftshilfe. Julia Feuerstein, Redakteurin bei Franken Fernsehen, portraitierte in ihrem preiswürdigen Fernsehbeitrag den „Verein Frankenkonvoi“ und seinen charismatischen Gründer Tom Gaisböck aus Fürth.

Radio Galaxy Award 2019 für Matt Simons

In New York geboren und im sonnigen Kalifornien aufgewachsen: Matt Simons begann mit 22 Jahren seine Karriere als junger Singer-Songwriter und hatte vor allem in Europa erste Erfolge. Mit einem Remix von „Catch & Release“ erreichte er 2015 Platz 1 in den deutschen Charts. Aktuell ist sein Song „Open Up“ einer der meistgespielten Radio Galaxy-Hits der letzten 12 Monate. Mit dem Radio Galaxy Award folgt Matt Simons auf den Vorjahresgewinner Nico Santos. Beim Medienfest der Lokalrundfunktage 2019 im Alten Rathaus von Nürnberg gibt Mart Simons heute Abend eine kurze Live-Performance.