Cookie Hinweis
Zurück zur vorherigen Seite

Beitragsformen im Radio

Töne einfangen: Die O-Ton Collage

Die O-Ton Collage (Originalton Collage) ist eine der leichtesten Beitragsformen. Hier geht es darum ein Klangbild zu erschaffen, z. B. eine Collage über ein gut besuchtes Schwimmbad mit verschiedenen Geräuschen wie Wasserplantschen, Kinderkreischen, bis hin zu Wortfetzen vom Eisverkäufer oder der Bademeisterin. Meistens ist eine O-Ton Collage eine Vorarbeit für einen längeren Beitrag, etwa eine Reportage oder ein Feature. Sie kann aber auch alleine stehen, wenn sie gut produziert ist.
 

Umfrage

Eine O-Ton Collage wird zu einer Umfrage, wenn sich verschiedene Leute zu einem Thema äußern. Alle Leute bekommen dabei die gleiche Frage gestellt. Radio-Umfragen transportieren ein Meinungsbild von der "Straße". Damit sind sie weder repräsentativ noch objektiv.
 
Tipp: Attraktiv wird eine Umfrage vor allem durch den Schnitt, entscheidend sind dabei Kontraste bei den Stimmen (weiblich vs. männlich, alt vs. jung) und gute Verständlichkeit. Meist ist eine Umfrage nicht viel länger als eine halbe Minute.

Der Klassiker: Der gebaute Beitrag

Ein gebauter Beitrag besteht aus eingesprochenem Text und  O-Tönen. Der Text fasst einen Sachverhalt zusammen, die O-Töne werden als dokumentarische Belege oder zur Steigerung der Authentizität des Beitrags anführt. Zum Beispiel die Antwort eines Interviewpartners, in der etwas besonders überzeugend, emotional oder wertend gesagt wird. Der Text zwischen den O-Tönen muss einen roten Faden haben und auf den Inhalt der O-Töne hinführen. Beim Aufbau ist eine gelungene Dramaturgie wichtig, also ein Spannungsbogen der O-Töne und Zwischentexte, der die Hörer „dranbleiben“ lässt.
 
Tipp: Ereignisse mit einem Anfang und Ende (z. B. Bericht über ein Theaterstück) oder politische Gegenspieler, die sich über ein Thema austauschen (Direktor, Schüler) sorgen automatisch für Spannung.
 

Kurz und prägnant: Die Nachricht

Die Nachricht gibt ein aktuelles Ereignis sachlich wieder. Eine Radio-Nachricht ist also kurz, prägnant und enthält nur die wichtigsten Informationen. Sie gibt Antwort auf die klassischen W-Fragen: Wer, Was, Wann, Wo, Wie und Warum?

Das Wichtigste steht immer am Anfang der Nachricht, dann wird die Quelle genannt. Die Quellenangabe (Wer hat die Nachricht verbreitet?) ist zwingend, um nachprüfbar zu bleiben. Darauf folgen die Einzelheiten und am Schluss optional Hintergrund und Zusammenhänge.

Tipp: Wenn man eine Nachricht von hinten her gut kürzen kann, ohne den Sinn und die wichtigsten Informationen zu verlieren, hat man sie richtig aufgebaut.
 

Zuhören lernen: Das Interview

Im Hörfunk unterscheidet man zwischen zwei Formen des Interviews: das Recherche-Interview (hier werden Informationen vom Experten bzw. Gesprächspartner abgefragt) und das Interview als eigenständige Sendeform. In der Regel geht jedem gebauten Beitrag ein Interview voraus. Es ist also oftmals die Vorarbeit für eine andere journalistische Form.
Schwieriger ist ein Interview als eigenständige Sendeform. Hier werden Fragen und die Antworten des Gesprächspartners aufgenommen. Ein Kunststück ist es, das komplette Gespräch später ohne Schnitt zu senden.

Tipp: Ein gutes Interview erreicht man vor allem durch „Zuhören“. Wer konzentriert zuhört, kann auf seinen Gesprächspartner besser eingehen, aktiv nachfragen und das Gespräch im Interesse des Themas steuern.

Zum Erzähler werden: Die Reportage

Die Reportage ist eine auditive Erlebniserzählung. Sie erzählt eine spannende Geschichte und hat dabei einen Anfang, einen oder mehrere Höhepunkte und einen eindeutigen Schluss. In einer Reportage wird ein Thema am Ort des Geschehens erzählt z. B. ein Fußballspiel im Stadium oder Veranstaltungen, Feste, Demonstrationen etc.
Der Reporter erzählt dabei meist aus der Ich-Perspektive, er schildert was er sieht und malt sprachliche Bilder. Als sehr subjektive Darstellungsform zeichnet sich die Reportage speziell durch die Vielzahl an O–Tönen und das Aufzeichnen der Atmosphäre aus z. B. Interview mit dem Trainer und Fangesänge.

Tipp: Die gelungene Reportage versteht sich als "Kino im Kopf". Man erzählt dem Zuhörer auch die eigenen Sinneseindrücke, ob es nach frischen Brezen oder nach Dung riecht, ob es so kalt ist, wie im Eisschrank oder so warm, wie vor einem Lagerfeuer.

Kino im Kopf: Das Feature

Das Feature ist eine Art Hörbild, das ein Thema sinnlich erfahrbar macht. Im Englischen steht "to feature" für "effektvolles, wirksames Aufmachen". Es ist mit der Reportage verwandt und wurde um 1930 beim britischen Sender BBC entwickelt.
 
Man kann sich das Feature als „akkustischen Film“ vorstellen. Wie bei der Reportage geht es darum mit den Ohren zu „sehen“. Das Feature zeichnet sich durch lebhaften Einsatz von O-Tönen, Atmo, Geräuschen und Musik aus und unterscheidet sich von einer Reportage oft nur durch seine Länge. Ein Feature kann also auch 60 Minuten lang sein und ein Thema ausführlich behandeln.

Stellung nehmen: Der Kommentar

Der Kommentar ist eine persönliche Stellungnahme zu einem Thema. Man unterscheidet zwischen Meinungskommentar und analytischem Kommentar. Kommentare zur Innen- und Außenpolitik sind z. B. analytische Kommentare.
Der Meinungskommentar gibt die Meinung des Autors zu einem Ereignis wieder. Ein analytischer Kommentar hingegen (obgleich auch persönliche Stellungnahme), dient jedoch dazu, den Zuhörer mit mehr Informationen zu versorgen. Er zeichnet sich durch Urteilskraft und Mut zur Entschiedenheit aus. Ein guter Kommentar überzeugt durch seine Logik und sein Temperament.

Kunst fürs Ohr: Das Hörspiel

Das Hörspiel zählt eher zu den Kunstformen des Hörfunks als zu den journalistischen Darstellungsformen. Hörspiele sind Vertonungen von Geschichten, oder Romanen. Ein Originaltext wird meistens vor seiner Vertonung umgeschrieben, damit er lebendiger wird. Ein Hörspiel lebt von verschiedenen Sprechern, Geräuschen und Musikuntermalung. Es ist ein zeitintensives und aufwändiges Format.
 

Teaser auf der Seite