Rechtstipps für die praktische Radioarbeit

Darf ich Musik in meinen Beiträgen verwenden?
GEMA-pflichtige Musik nutzen:

  • Sobald vollständige GEMA-pflichtige Musiktitel in einer Radiosendung online gestellt werden, fallen GEMA-Gebühren an. Ob ein Lied, das Sie gerne verwenden möchten, GEMA-pflichtig ist, können Sie hier überprüfen. Die Verantwortlichen für den Radiokanal müssen selbst einen Podcast-Vertrag mit der Gema abschließen. GEMA: https://online.gema.de/lipo/index.hsp
  • Bei den BLM-Projekten "Mach Dein Radio" und "Schulradio Bayern" ist die Gema-Gebühr für das kurze Verwenden von Musiktiteln bereits abgedeckt, weil die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) einen Pauschalvertrag mit der Gema geschlossen hat.
    Dabei gilt: Songs dürfen als Untermalung oder zwischen Moderationen oder Beiträgen eingespielt werden. Allerdings darf von einem Song nicht mehr als 10 % seiner Gesamtlänge verwendet werden. Sofern also Musikbetten oder kurze Songtitel verwendet werden und diese nicht komplett ausgespielt werden, kann die Sendung kostenfrei auf schulradio-bayern.de oder Machdeinradio.de hochgeladen werden.
  • Sollte die Sendung bei einem Radiosender ausgestrahlt werden, übernimmt die jeweilige Radiostation die anfallenden GEMA-Gebühren für die Ausstrahlung in seinem Programm. Dafür gilt der von der BLM geschlossene Rahmenvertrag nicht.

  
GEMA-freie Musik nutzen:
Statt populärer aktueller Musik aus dem Radio zu verwenden, empfehlen wir daher auf GEMA-freie Musik aus dem Web zurückzugreifen, die mit einer so genannten „Creative Commons“-Lizenz versehen ist. Diese Musiktitel dürfen mit nur wenigen Einschränkungen kostenfrei verwendet werden.

Hier finden Sie einige hilfreiche Links zu Anbietern GEMA-freier Musik:

  • Das bekannteste Portal Creative Commons ist eine Non-Profit-Organisation, die Lizenzverträge für digitale Werke ausgearbeitet hat. Urheber, die ihre Werke unter einer der CC-Lizenzen veröffentlicht haben, erlauben ausdrücklich die Nutzung und teilweise sogar die Bearbeitung dieser Werke.
  • Auch das Portal Jamendo bietet ein Archiv an freier Musik.
  • Für Remixes und Mash-ups ist vor allem das Musikportal ccMixter interessant. Das Audiomaterial wird hier direkt für den Zweck des Weiterbearbeitens hochgeladen.
  • Auf der Wikipedia-Unterseite Wikimedia-Commons stehen viele weitere urheberrechtsfreie Tondateien zur Nutzung und zum Herunterladen bereit.
  • Viele kostenfreie Geräusche finden Sie auch in dem englischen Archiv www.freesound.org.
  • Alternativ können auch alte Musikstücke verwendet werden, die bereits „gemeinfrei“ sind und deren Urheberschutz aufgehoben wurde.

Urheberrechte
Das Urheberrecht erscheint oftmals kompliziert, aber es schützt künstlerische  Werke und ermöglicht den Künstlern davon zu leben. Es geht um Romane, Theaterstücke, Filme, Musiktitel, Hörspiele, Radiobeiträge, Fotografien, Werke der Bildenden Kunst oder auch Computerprogramme. Das Vervielfältigen dieser Werke ist technisch meist sehr einfach (kopieren, rippen, fotografieren, scannen, aufnehmen). Um solche Werke trotzdem zu schützen, wurde das gesetzlich geregelte Urheberrecht eingeführt, das allerdings nur greift, wenn das Werk bestimmte Bedingungen erfüllt:

  • Das Werk muss sich durch etwas Eigenes von anderen Werken abheben, es darf also nicht einfach schon Bestehendes kopieren oder identisch nachahmen.
  • Das Werk muss mehr als eine Idee sein, es muss also bereits ausgedrückt/geformt vorliegen: gesprochen, geschrieben, gefilmt, fotografiert, aufgenommen etc.

Was mit einem solchen Werk geschieht, darf dann ausschließlich seine Urheber  bestimmen.  Für die Radioarbeit ist es wichtig, die Nutzungsrechte, die innerhalb des Urheberrechtsgesetztes geregelt sind, zu beachten.

  1. Herausfinden, wer (Urheber oder Lizenznehmer) die Nutzungsrechte besitzt
  2. Die jeweiligen Rechteinhaber  um Erlaubnis zur Nutzung des Werkes bitten
  3. Die Bedingungen, die mit der Nutzung verbunden sind (Kosten, Zeiträume, Namensnennungen etc.), erfüllen

 
Ausnahme: Das Zitat
Hierfür braucht man keine Einwilligung der Urheber, aber es gibt Regeln zu beachten, von der richtigen Quellenangabe bis zur Begründung, warum ein Zitat notwendig ist, z. B. muss es zu mehr als zu der reinen Illustration dienen und Sie müssen begründen können, weshalb das Zitat für Ihr Werk wesentlich ist.

Werbung

Bei nicht-kommerziellen Radioprojekten wie bei Schulradio oder MachDeinRadio sind Werbespots für reale Unternehmen, übermäßig häufiges Erwähnen eine Unternehmens oder auch das subjektive Berichten über ein Unternehmen nicht erlaubt.

Das beginnt schon bei unausgewogenen Veranstaltungstipps: Hier sollte keiner Location, keinem Betreiber oder Künstler der Vorzug gegeben werden. Auch gesponserte Gegenstände, zum Beispiel ein Fahrrad von einem bestimmten Händler dürfen unter den Hörern nur verlost werden, wenn der Händler nicht erwähnt wird.

Persönlichkeitsrechte

Persönlichkeitsrechte sind nicht nur bedeutend in Bezug auf die mediale Nutzung von Bildern, Gesprochenem oder Geschriebenen einer Person, sondern in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen. Denn im Kern geht es dabei um die freie Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, die zum Glück auch grundrechtlich geschützt ist und uneingeschränkt gilt – vorausgesetzt man schränkt andere Personen durch die eigene Entfaltung nicht ein.
 

  • Für die Radioarbeit ist wichtig, dass zu den Persönlichkeitsrechten das Recht am eigenen Bild (z. B. im Falle von Fotos auf der Schulwebsite) und am eigenen Wort, das Recht an den persönlichen Daten sowie der Schutz vor Eingriffen in die Privat- und Intimsphäre zählt.

 
Jede Person hat das Recht, selbst darüber zu entscheiden, ob und wie sie in der Öffentlichkeit präsentiert wird. Sie hat die Hoheit über persönliche Informationen: Bilder, Interviews, Daten. Jede einzelne entscheidet, was über sie veröffentlicht wird und was gespeichert werden darf – mit einer Ausnahme: wenn es sich um eine Person der Zeitgeschichte handelt. Eine solche Person steht aufgrund ihrer Berufswahl (z. B. Politiker, Moderator, Pressereferent) oder bestimmter Umstände (Unwetterkatastrophe, Vereinsjubiläum, Bundesverdienstkreuz, Ehrendoktorwürde) in der Öffentlichkeit. Veröffentlichungen, die diese Personen betreffen, müssen dann aber im Zusammenhang mit den Angelegenheiten von öffentlichem Interesse stehen und dürfen trotzdem nicht die Privatsphäre der Personen verletzen.
 
Persönlichkeitsrechte können auch noch nach dem Tod einer Person gelten, hier benötigen Sie dann die Erlaubnis der Erben, Informationen über eine verstorbene Person zu veröffentlichen.