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Ein Radioprojekt für Oberstufen-Schüler


Ein Oberstufen-Kurs als Radioredaktion, Redaktionskonferenzen statt Frontalunterricht, Sendungen statt Klausuren, Fragen stellen statt abfragen lassen. tat:funk ist ein Radio-Projekt, bei dem Oberstufenschüler den Auftrag erhalten, im Verlauf eines Schuljahres eine eigene Radiosendung zu planen und zu produzieren.Neben den Grundlagen des Radio-Journalismus erlernen die Jugendlichen dabei von Beginn an selbst zu planen, ihre Ideen umzusetzen und die Ergebnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Lehrkräfte einer tat:funk-Gruppe erlernen in einer speziellen Fortbildung Grundlagen des Radiojournalismus und des Projektmanagements.

    

Zuhören, Medienbildung & Projektmanagement sind gefragt


Uns ist es wichtig, den Schülerinnen und Schülern im Rahmen von tat:funk wichtige Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen zu vermitteln. Dazu gehören etwa die Fähigkeiten gut hin- und zuzuhören, sich Medien verantwortungsvoll bedienen zu können sowie Teamfähigkeit, Einsatz- und Verantwortungsbereit­schaft“, sagt Birgit Echtler, Geschäftsführerin der Stiftung Zuhören.
 

tat:funk im Schuljahresablauf


Anders als im normalen Unterricht planen die Schüler ihr Schuljahr selbst, organisieren die Teamarbeit und arbeiten als Projektteam zusammen. Welches Ziel sich die Schüler auch gemeinsam setzen – ob Reportage, Feature oder Magazinsendung – sie müssen mit ihrem Projektantrag Fachexperten überzeugen. Sind Thema, Zeitplan und Finanzkalkulation realistisch, bekommt jede geförderte Schülergruppe ein kleines Budget überwiesen, mit dem sie ihr Radioprojekt verwirklichen kann. Beim Radiomachen lernen die Schüler so Grundkompetenzen des Projektmanagements und werden damit ein Stück weit auf das Leben nach der Schule vorbereit.


Mediencoach & Lehrkraft


Im Verlauf des Jahres werden die Schüler von einem außerschulischen Experten unterstützt. Der Mediencoach bringt ihnen das 1x1 des Radio-Journalismus bei: Wie führt man ein gutes Interview? Wie funktioniert digitale Schnitttechnik? Welche Themen sind für den Hörer interessant? Bei all dem ist tat:funk aber auch Unterricht: Ein Lehrer übernimmt die schulische Verantwortung für den Kurs und benotet auch die Leistung der Schüler. Je nach Schulsystem können die Schüler ihre Note ins Abitur einbringen. tat:funk schafft auf diese Weise einen Freiraum – nicht abseits des Schulsystems, sondern innerhalb der bestehenden Strukturen.


Lehrer-Fortbildung


Neben einer Einführung in den Radio-Journalismus durch einen externen Mediencoach üben die Schüler mit Mitteln des Projektmanagements die Konzeption, Umsetzung und Veröffentlichung ihrer Ideen. Lehrkräfte einer tat:funk-Gruppe bekommen zusätzlich eine Schulung in der Akademie für Lehrerfortbildungen in Dillingen (Bayern), in der sie Grundlagen des Radiojournalismus undProjektmanagement erlernen können.

 

Förderung


Die Stiftung Zuhören fördert in jedem Schuljahr neue Schulen, die an tat:funk teilnehmen wollen:
  • Vorgesehen ist ein Schülerbudget für jede tat:funk-Gruppe zur eigenen Verwaltung.
  • Zudem wird ein externer Mediencoach finanziert, der das Projekt professionell begleitet und die Schüler beim Radiomachen anleitet.
  • Auch die Lehrer einer tat:funk-Gruppe werden in den Grundlagen des Radiojournalismus und Projektmanagements weitergebildet.
 

Bewerbung

Für jedes Schuljahr werden neue Schulen in die Förderung aufgenommen. Die Bewerbungsformulare für die Förderung im kommenden Schuljahr können jeweils ab Herbst unter www.tatfunk.de oder auf der Seite der Stiftung Zuhören abgerufen werden.


Wettbewerb & Preisverleihung


Bereits aktive tat:funk-Schulen bewerben sich auch in jedem Jahr neu für die Teilnahme am deutschlandweiten Wettbewerb. Alle fertigen Sendungen werden am Schuljahresende von einer Jury begutachtet – die besten drei werden in einer feierlichen Preisverleihung in Münchengeehrt.

 

Entstehung & Hintergrund


Tat:funk wurde 2002 von der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG als Abitur-Grundkurs in Bayern initiiert. Ziel des Projekts ist es, einen abiturrelevanten Kurs, der Projektarbeit, Eigenverantwortung und Berufsorientierung in den Lehrplan der Gymnasien aufzunehmen.

tat:funk wird mittlerweile in mehreren Bundesländern angeboten. Die Organisation des Projekts erfolgt dezentral durch Projektpartner in den teilnehmenden Ländern. Die bundes­weite Projektleitung liegt seit dem Schuljahr 2012/2013 bei der Stiftung Zuhören. Um das Projekt nachhaltig regional zu verankern, kooperiert die Stiftung Zuhören in den einzelnen Bundesländern mit Partnern vor Ort:  
  • Bayerische Landeszentrale für neue Medien
  • Bayerischer Rundfunk
  • Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
  • Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG
  • Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien
  • Hessischer Rundfunk
  • Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg
  • Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien 
  • Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit Bremen