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Das Magazin der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien

KI im Journalismus - eine Frage der Verantwortung
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KI im Journalismus - eine Frage der Verantwortung

Hat das ein Mensch oder die Maschine geschrieben? Zugegeben, für die „Edelfedern“ ist es eine Frage der Ehre, journalistische Texte und Reden auch weiterhin ausschließlich mit menschlicher Intelligenz zu schreiben, auch wenn ein Sprachmodell beim Formulieren extrem hilfreich sein kann oder Texte produziert, die verdammt geschliffen klingen. Menschliche oder künstliche Intelligenz? Manch sommerliche Debatte über neue KI-Richtlinien und KI-generierte journalistische Beiträge wirkte so, als sei dies die primäre Frage mit Blick auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz in Redaktionen.

Es geht um menschliche und künstliche Intelligenz: Denn längst haben viele Medienhäuser die Vorteile vom KI-Einsatz in der Produktion, zur Unterstützung bei der Recherche oder bei der Automatisierung bestimmter Prozesse erkannt und nutzen sie. Das wird das Berufsbild, die Verteilung der personellen Ressourcen und die wirtschaftliche Situation der Medienunternehmen verändern. Ich denke, darüber dürfte Einigkeit bestehen. Jetzt müssen ganz andere Fragen gestellt werden. 

Deshalb haben wir in der aktuellen Ausgabe versucht, Herausforderungen und Fragen zu nennen: Wie viel KI verträgt der Journalismus? Wie verändert sich dadurch die Arbeit in den Medienhäusern? Wer übernimmt die Verantwortung? Und welche Auswirkungen haben die Veränderungen für Qualität und Glaubwürdigkeit im Journalismus?

Auch im gesellschaftlichen Umgang mit KI-Inhalten hat sich etwas verändert: Die Menschen haben sich an die KI-Zusammenfassungen in Suchmaschinen gewöhnt und übernehmen sie nicht selten ungeprüft. Quellenkritik und KI-Kompetenz sind also zentrale Punkte für die Medienbildung der Zukunft. Vor diesem Hintergrund ist es gut, wenn immer mehr Gerichte in Deutschland, Europa und selbst in den USA die Haftungsfrage stellen – insbesondere auch dann, wenn KI oder manipulatives Design zum Einsatz kommen.

Ich sehe darin einen Bewusstseinswandel in puncto Rolle von Plattformen und KI, aber auch mit Blick auf den Wert von Informationsvielfalt und journalistisch qualitativ hochwertigen Inhalten. Eine bemerkenswerte Entwicklung!
 

Bild Thorsten Schmiege
Dr. Thorsten Schmiege ist Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien.
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