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Bericht des Präsidenten zur 39. Sitzung des Medienrats

18.02.2016 | 39 / 2016

Reduzierung der Werbezeiten im WDR-Hörfunk


Am 27. Januar hat der Landtag von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf das neue WDR-Gesetz beschlossen. Danach soll die Werbezeit in den Hörfunkprogrammen des WDR reduziert werden. Derzeit darf der WDR 90 Minuten Werbung täglich in drei Hörfunk­programmen senden. Ab 2017 soll Werbung nur noch in zwei Programmen mit maximal 75 Minuten täglich erlaubt sein. Und ab 2019 sollen nur noch 60 Minuten Werbung in einem Radioprogramm möglich sein. Vorbild für diese Regelung ist der Norddeutsche Rundfunk (NDR), der bereits seit einem Vierteljahrhundert nur 60 Minuten Werbung auf einer Welle ausstrahlt.
 
Damit wurde im WDR-Gesetz umgesetzt, was die Landesmedienanstalten bereits seit 2011 fordern. Eine Reduzierung der Werbung im öffentlich-recht­lichen Hörfunk ist für den Erhalt der Vielfalt gerade auf der lokalen und regionalen Ebene für die Zukunftssicherung des privaten Hörfunks aus unserer Sicht unerlässlich.
 
Ich hoffe sehr, dass die Regelungen, die jetzt im WDR-Gesetz formuliert wurden, bei der nächsten Änderung des Rundfunkstaatsvertrages für alle öffentlich-rechtlichen Sender festgeschrieben werden. Mit den daraus resultierenden neuen finanziellen Spielräumen wäre es für die Privatradios beispielsweise auch einfacher, in die digitale terrestrische Radioverbreitung DAB+ zu investieren.
 
 

Media Lab Demo Day


Ende Januar hat das Media Lab Bayern der BLM seinen ersten „Demo Day“ veranstaltetet, an dem die vier Teams, die in den vergangenen sechs Monaten gefördert wurden, die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentierten. Direkt im Anschluss daran wurde bekanntgegeben, welche neuen Teams für das kommende Halbjahr von der Jury ausgewählt wurden.
 
Das Media Lab Bayern ist ein Ideen-Inkubator für digitalen Journalismus, den die BLM im Verbund mit dem WERK 1.Bayern, gefördert durch das Bayerische Wirtschaftsministerium, ins Leben gerufen hat. Mit dem Founders Fellowship-Programm soll jungen Talenten die Möglichkeit gegeben werden, ihre Startup-Ideen im Medien­bereich mit Hilfe finanzieller Unterstützung und praktischer Förderung durch Business-Coaching und Mentoring bis zur Gründung zu entwickeln.

Die ersten Teams waren CamperStyle, eine Plattform für Campingbegeisterte, die ihre Nutzer mit einer Mischung aus Lifestyle, Praxisberichten, Tutorials und spannenden Geschichten aus der Camperwelt versorgt; das digitale Hintergrundmagazin Der Kontext, das einmal im Monat erscheint und sich mit Videobeiträgen, längeren Artikel, Begriffs­erklärungen und Interviews ausführlich einem Thema widmet; die App soundticker, mit der Nutzer ihre Lieblingsmusik mit den Nachrichtenkategorien, die sie wirklich interessie­ren zu einem individuellen Programm verknüpfen können sowie die Nachrichten-Plattform tangnt news, bei der Experten die Fragen von Nutzern beantworten.
 
Anfang dieser Woche sind die neuen Teams gestartet: das Reporterteam Jurno, der Online-TV-Sender für Smartphones 5ZEHN, das Virtual Reality-Projekt Holodeck 4.0 und die App Bohème für den digitalen Lesezirkel.
 
Genauere Informationen zu den verabschiedeten und den neuen Teams finden Sie auf der Homepage des Media Lab unter www.medialab-bayern.de.
 
 

Flüchtlingsberichterstattung im lokalen Fernsehen


Das Thema „Flüchtlinge“ ist momentan und sicher auch in Zukunft sehr präsent in allen Medien. Auch das lokale Fernsehen in Bayern übernimmt bei diesem wichtigen Thema eine bedeutende Rolle. Unsere Programmbeobachtung hat für den Monat September 2015 die Flüchtlingsberichterstattung der lokalen Fernsehstationen in Bayern genauer untersucht. Das Ergebnis: Das Thema wurde bei den 16 Lokal-TV-Stationen im September in über 200 Beiträgen behandelt. Am häufigsten wurde über aktuelle Ereignisse berichtet. Der Themenschwerpunkt dabei war die Ankunft und die Unterbringung der Flüchtlinge. Es wurde aber auch über diverse Hilfsaktionen und über die Integration der Flüchtlinge in das gesellschaftliche Leben vor Ort berichtet. Die Berichterstattung war dabei durchweg informativ und faktenorientiert, so dass die Zuschauer sachgerecht und inhaltlich ausgewogen informiert wurden.
 
Ich bin überzeugt, dass unseren Lokal-TV-Stationen in Bayern bei diesem Thema mit ihrer Berichterstattung einen wichtigen Beitrag zur Auseinandersetzung mit den Herausforde­rungen vor Ort leisten. Ein ausführlicher Bericht wird dem Fernsehausschuss vorgelegt.
 
 

Europäischer Datenschutztag


Anlässlich des 10. Europäischen Datenschutztags, der vom Europarat ins Leben gerufen wurde, hat die BLM zusammen mit der Stiftung Medienpädagogik Bayern zwischen dem 26. und dem 28. Januar elf Elternabende in bayerischen Kindertagesstätten und Schulen organisiert. Dieses Angebot sollte dazu beitragen, das Bewusstsein von Eltern und damit auch der Kinder und Jugendlichen für den Selbstdatenschutz zu stärken.
 
Die BLM klärt seit einiger Zeit im Rahmen der Medienkompetenzförderung Jugendliche, Eltern und Pädagogen verstärkt im Hinblick auf den Umgang mit den eigenen Daten auf. Hier hat sich inzwischen der Begriff „Selbstdatenschutz“ im Gegensatz zum „klassischen“ Datenschutz etabliert.
 
Hierzu haben die Elternabende Informationen liefern können. Sie fanden in Kindergärten, Grund- und Mittelschulen sowie Gymnasien u.a. in Eckersdorf, Grabenstätt, Hof, Marquart­stein, München, Würzburg und Zwiesel statt.
 
In München eröffnete Frau Dr. Hopf den Elternabend am Albert Einstein-Gymnasium. Sie informierte die ca. 50 anwesenden Eltern über die Bedeutung des Schutzes der eigenen Daten und der Daten ihrer Kinder im digitalen Zeitalter. Im Blog der Landeszentrale finden Sie dazu einen Beitrag.
 
 

Medienkompetenzbericht der Landesmedienanstalten


Ohne Medienkompetenz ist es schwierig, in der digitalen Welt von heute – und erst recht in der von morgen – souverän, kritisch und selbstbestimmt zu agieren. Deshalb enga­gieren sich die Landesmedienanstalten schon seit vielen Jahren für mehr Medien­kompetenz und haben vielfältige richtungsweisende Gemeinschafts- und Einzelprojekte auf den Weg gebracht. Diese Initiativen sind nun erstmals in dem neu erschienenen Medien­kompetenzbericht der Landesmedienanstalten zusammengefasst. Der Bericht wurde vom Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt und Koordinator des DLM-Fachausschusses „Bürgermedien, Medienkompetenz und Jugendschutz der Landesmedienanstalten“ und mir am Dienstag in Berlin im Rahmen eines Parlamentarischen Frühstücks vorgestellt. Er verdeutlicht die vielfältigen Initiativen in den einzelnen Ländern.
 
Die BLM stellt darin neben dem gemeinschaftlichen Projekt „Flimmo“, die „Fachtagung des Forums Medienpädagogik“, die Fortbildung Medienkompetenz für angehende Erzieher, die afk’s, das Schulradio Bayern und die Stiftung Medienpädagogik Bayern vor.