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Wirtschaftliche Lage der privaten Rundfunkanbieter in Bayern 2016 - Rekordumsatz im lokalen Hörfunk, Anzahl der Beschäftigten gestiegen

14.12.2017 | 100 / 2017

Die privaten Hörfunkanbieter in Bayern, die im Jahr 2016 in UKW und DAB insgesamt 82 lokale, 6 landesweite und 5 bundesweite Programme verbreitet haben, erwirtschafteten in 2016 Gesamteinnahmen in Höhe von knapp 159 Mio. Euro und damit ein Umsatzplus von gut 6 Mio. Euro gegenüber 2015. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Kostendeckungs­grad um 3 Prozentpunkte auf 121 Prozent. Die regionalen Fernseh­anbieter, darunter 18 lokale, 2 landesweite und 11 Spartenprogramme, konnten ihre Umsätze 2016 gegenüber 2015 um 0,4 Mio. Euro auf 50,5 Mio. Euro steigern. Der Kostendeckungsgrad sank im Vergleich zum Vorjahr auf 100 Prozent. Dies sind zentrale Ergebnisse für private Rundfunkangebote in Bayern aus der aktuellen Studie „Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2016/17“, die von acht Landes­medienanstalten in Auftrag gegeben wurde.

Lokaler Hörfunk mit Rekordumsatz

Die lokalen Hörfunkanbieter konnten ihre Einnahmen im Vergleich zu 2015 von 98,4 Mio. Euro auf den Rekordwert von 102,1 Mio. Euro steigern. Der lokale Hörfunk kommt damit im Durchschnitt auf einen Kostendeckungsgrad von 116 Prozent. An Einfrequenzstandorten liegt der Kostendeckungsgrad wie in 2015 bei 108 Prozent, an Zweifrequenz­standorten bei 114 Prozent, an Mehrfrequenzstandorten bei 123 Prozent. Die Einnahmen der landesweiten Hörfunkanbieter liegen nahezu unver­ändert bei 43,5 Mio. Euro, das entspricht einem Kostendeckungsgrad von 141 Prozent. Die bundesweiten Radioanbieter erzielten Erträge in Höhe von 13,0 Mio. Euro. Das bedeutet einen Kostendeckungsgrad von 101 Prozent.

Bei den lokalen Hörfunkanbietern bilden die lokalen Werbeerlöse mit über 59 Prozent weiterhin die tragende Säule des Geschäftsmodells. Gut 19 Prozent der Einnahmen kommen aus überregionaler Werbung. Durchschnittlich ein Prozent der Umsätze der Lokalradios wird derzeit mit Online-Werbeumsätzen generiert. Beim landesweiten Hörfunk liegt dieser Wert dagegen bereits bei 2,7 Prozent. Für das Jahr 2017 erwarten die privaten Hörfunkanbieter in Bayern eine leichte Steigerung der Einnahmen auf knapp 160 Mio. Euro.

Lokales Fernsehen nahezu kostendeckend

Die lokalen Fernsehanbieter – ohne Sparten-TV – erwirtschafteten 2016 zusammen 37,5 Mio. Euro an Erträgen, denen Aufwendungen von 37,7 Mio. Euro gegenüber­standen. Das entspricht einem Kostendeckungsgrad von 99 Prozent. Insgesamt 37,6 Prozent der Einnahmen kommen aus den Bereichen Werbung und Sponsoring, knapp 37 Prozent aus Technik- und Programmförderung und dem Finanzierungs­beitrag von RTL sowie etwa 16 Prozent aus Auftragsproduktionen und Programm- und Rechteverkäufen. Die höheren Reichweiten nach Funkanalyse Bayern 2017 könnten sich positiv auf die Ertragssituation der lokalen TV-Anbieter auswirken: Für das Geschäftsjahr 2017 erwarten sie eine Ertragssteigerung von rund 0,4 Mio. Euro.

Anstieg bei den Beschäftigten

Insgesamt waren im Jahr 2016 623 Mitarbeiter bei lokalen Fernsehveranstaltern angestellt (2015: 596 Mitarbeiter). Beim landesweiten Fernsehen und den lokalen Spartenanbietern waren 203 Mitarbeiter beschäftigt. Im überregionalen Hörfunk in Bayern waren im Jahr 2016 321 Mitarbeiter tätig, im lokalen Hörfunk 1.538. Die Anzahl der Beschäftigten ist damit im privaten Hörfunk in Bayern gegenüber 2015 um 17 Mitarbeiter gestiegen.

Schneider: Positive wirtschaftliche Entwicklung im lokalen Hörfunk. Lokalfernsehen muss wirtschaftliche Lage aus eigener Kraft verbessern

BLM-Präsident Schneider: „Mit der wirtschaftlichen Entwicklung im lokalen Hörfunk in Bayern können wir aktuell zufrieden sein. Die lokalen Hörfunkanbieter behaupten sich trotz wachsender Konkurrenz weiterhin sehr gut im medialen Wettbewerb. Sowohl der lokale als auch der landesweite Hörfunk erreichen nach wie vor eine gute bis sehr gute Rentabilität. Erfreulich ist auch, dass die privaten Hörfunk­anbieter in Bayern im bundesweiten Vergleich weiterhin wirtschaftlich führend sind. Das lokale Fernsehen muss jetzt den nächsten Schritt gehen. Die Sender stehen mehr denn je in der Pflicht, alle Anstrengungen zu unternehmen, um ihre wirtschaftliche Situation auf Basis der gestiegenen technischen Reichweiten und der HD-Ausstrahlung weiter aus eigener Kraft zu verbessern.“

Weitere Informationen und Studienergebnisse zum Download finden Sie hier.