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Grußwort von Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring zur 13. Fachtagung des Forums Medienpädagogik am 25.10.2007

30.10.2007 | P&R


Sehr geehrte Damen und Herren,
 
die Fachtagung des Forums Medienpädagogik hat eine langjährige Tradition und findet heuer zum 13. Mal statt. Es freut mich besonders, dass das Interesse an der Veranstaltung groß ist und Sie so zahlreich erschienen sind.
 
An dieser Stelle möchte ich auch besonders alle Referenten und Referentinnen begrüßen, ich freue mich, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind und uns heute als Experten in den Panels zur Verfügung stehen. Begrüßen möchte ich auch die Mitglieder des Forums Medienpädagogik und aus dem Medienrat.
 
Medienrat: Frau Geiger, Frau Kriebel, Herr Lewandowski, Herr Max Schmidt, Herr Vogel
und die Moderatoren der Fachtagung: Prof. Dr. Eykmann, Dr. Jooß, Dr. Kempter, Herr Wöckel.
Forum Medienpädagogik: Frau Hainz.
 
Als Anstalt des öffentlichen Rechts ist die Bayerische Landeszentrale für neue Medien sowohl für die Genehmigung und die Kontrolle als auch für die Entwicklung und die Förderung privater Rundfunkangebote, also Hörfunk und Fernsehen in Bayern zuständig. Auch das Internet mit seinen Angeboten gehört zu unserem Zuständigkeitsbereich. Die BLM wacht über die Einhaltung der Programmgrundsätze, der Jugendschutzbestimmungen und der Werberegelungen. Medienpädagogik gehört zu den gesetzlich festgeschriebenen Aufgaben der BLM.
 
Bevor ich näher auf die medienpädagogischen Aufgaben und Aktivitäten der BLM eingehe, möchte die Verzahnung zum Jugendschutz aufzeigen.
 
Die Gesetze zum Jugendmedienschutz sollen so weit wie möglich sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche zu bestimmten Medieninhalten entweder keinen Zugang haben oder diesen nur entsprechend ihrem Alter erhalten. Damit soll versucht werden, Einflüsse der Erwachsenenwelt, die dem Entwicklungsstand von Kindern und Jugendlichen noch nicht entsprechen, gering zu halten und die Heranwachsenden bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.
 
Der Jugendmedienschutz wurde zum April 2003 reformiert und den Erfordernissen der veränderten Medienlandschaft angepasst.
Auf Grundlage des neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrages wurde die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) im April 2003 als zentrales Aufsichtsorgan über den bundesweiten privaten Rundfunk und die Telemedien eingerichtet. Die KJM ist ein Organ der Landesmedienanstalten. Die KJM-Stabsstelle arbeitet unter meinem Vorsitz in der BLM.
Die Aufsicht über Telemedien, worunter in der Praxis vor allem das Internet fällt, nimmt die KJM in Zusammenarbeit mit der länderübergreifenden Einrichtung jugendschutz.net und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wahr.
Auf Grundlage des JMStV prüft die KJM Rundfunkprogramme, die durch Zuschauerbeschwerden oder im Rahmen der Programmbeobachtung der Landesmedienanstalten aufgefallen sind. Weitere Informationen zur KJM erhalten Sie an unserem KJM-Stand im Foyer.

Was die Medienpädagogik anbelangt, trägt die BLM im Rahmen ihrer gesetzlich aufgegebenen medienpädagogischen Arbeit dazu bei, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen, besser mit problematischen Medieninhalten umzugehen. Der Aspekt der Vermittlung technischen Wissens steht dabei nicht primär im Mittelpunkt. Gefördert wird vielmehr die Kompetenz, Medien verantwortungsvoll zu nutzen. Konkrete Anhaltspunkte sind die Ergebnisse aus der Forschung als Grundlage für pädagogische Modelle in Erziehungs- und Bildungsarbeit auf der einen Seite und die praktische Medienerfahrung auf der anderen Seite.
 
Die BLM initiiert und unterstützt zahlreiche medienpädagogische Praxis- und Forschungsprojekte und Veranstaltungen, wie beispielsweise:
In eigener Regie, bei dem seit 16 Jahren Kinder- und Jugendgruppen in ganz Bayern unter fachlicher Anleitung eigene Video-, Hörfunk- und Multimediaideen in die Praxis umsetzen können,
das Schulradio Bayern,
die Aus- und Fortbildungskanäle (afk M94,5, afk max, afk-TV),
die Stiftung Zuhören,
das Internet-ABC,
den Prix Jeunesse,
das Projekt Objektiv – Filme zum Thema Behinderung im Unterricht.
 
Aktuelle Forschungsprojekte und Veröffentlichungen sind z.B. die Konvergenzstudie mit dem zuletzt veröffentlichten Titel „Neue Wege durch die konvergente Medienwelt“, die Studie „Internetradio und Podcast – neue Medien zwischen Radio und Internet“ und die Handreichung „Computerarbeit in Kindertagesstätten“.
 
Eines unserer Produkte, den FLIMMO, kennen sicherlich bereits viele von Ihnen. Den aktuellen FLIMMO, mit dem zur Fachtagung passenden Titelthema „Von Topmodel bis Einzelkämpfer – Mädchen und Jungen und ihre Programmvorlieben“ erhalten Sie im Foyer am FLIMMO-Stand. Aber auch zu unseren anderen Projekten und Studien finden Sie Informationen an den Infotischen.
 
In der heutigen Informationsgesellschaft gelten Kenntnisse auf dem Gebiet der Medienpraxis als Schlüsselqualifikation. Aus diesem Grund sind für uns Veranstaltungen wie die heutige, die sich an Multiplikatoren wie Lehrer, Erzieher und Mitarbeiter aus der freien Jugendarbeit richtet, von großer Bedeutung.

Veranstaltet wird die heutige Fachtagung vom Forum Medienpädagogik der BLM. 1994 gegründet, treffen sich hier regelmäßig engagierte Medienräte, Rundfunkräte des BR sowie externe Fachleute aus dem Kultus- und dem Sozialministerium,
dem Staatsinstitut für Frühpädagogik,
dem Bayerischen Landesjugendamt,
dem FWU – Institut für Film und Bild,
dem Landesmediendienst Bayern e.V.,
der Aktion Jugendschutz,
dem IZI- Internationalem Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen,
dem evangelisch-lutherischen Kirchenamt,
der evangelischen Medienzentrale und der evangelischen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Medienkompetenz,
dem JFF- Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis
und Kabel 1.
 
Das Forum Medienpädagogik befasst sich mit Inhalten, Methoden und Rahmenbedingungen der Medienpädagogik als Aufgabe in Gegenwart und Zukunft. Es begleitet die medienpädagogischen Projekte der BLM und bietet damit eine Plattform für die gesellschaftliche Debatte um Medienkompetenz.
 
Mit Blick auf die heutige Veranstaltung möchte ich betonen, dass es Tradition ist, dass die Fachtagung des Forums Medienpädagogik die praktische Medienarbeit in den Vordergrund stellt. Heute sind dies Projekte geschlechtsbezogener Medienarbeit. Die medienpädagogische Mädchenarbeit versucht seit vielen, vielen Jahren, vielfältige Geschlechtsidentitäten aufzuzeigen. Die Jungenarbeit hinkt hier etwas nach. Die Notwendigkeit der Jungenarbeit wird vor allem dann gefordert, wenn der Medienumgang in Zusammenhang mit einer Zunahme von Gewaltanwendungen Jugendlicher öffentlich diskutiert wird. Dann finden wir – wie dies gerade in jüngster Zeit der Fall ist - plötzlich zahlreiche Veröffentlichungen, die Jungen als Verlierer darstellen, mit schlechten Zeugnissen und überdurchschnittlichem Gewaltpotential. Und erst dann wird die Frage aufgeworfen, inwiefern bestimmte Rollenbilder in den Medien hierzu einen Beitrag leisten.
 
Ich bin gespannt auf die Praxisprojekte und Forschungsergebnisse, die uns die Experten heute in den verschiedenen Panels präsentieren werden. Ich wünsche Ihnen eine interessante Veranstaltung, mit Anregungen für Ihre weitere medienpädagogische Arbeit.
Frau Prof. Dr. Angerer wird uns mit ihrem Einführungsreferat nun einen ersten Einblick in die Geschlechterforschung und die Medienwelten von Jungen und Mädchen geben.