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Grußwort von Martin Gebrande, Geschäftsführer der BLM, zur Veranstaltung "Interkulturell mit Medien"

03.12.2007 | P&R


Sehr geehrte Frau Staatsministerin Prof. Böhmer,
sehr geehrte Frau Simon,
Herr Krüger, Herr Prof. Schorb,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
 
ich darf Sie als Geschäftsführer der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien sehr herzlich hier in München bei uns begrüßen. Herr Prof. Dr. Ring ist heute Morgen leider verhindert, wird aber am Nachmittag zu uns stoßen. Es freut uns wirklich sehr, dass diese Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Institut für Medienpädagogik – JFF - und dem Deutschen Kinderhilfswerk unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin beim Bundeskanzleramt und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration bei der BLM stattfinden kann.
 
In Deutschland leben mehrere Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Allein in Bayern leben 1,1 Millionen ausländische Bürgerinnen und Bürger. Das bedeutet, dass fast 10% der bayerischen Bevölkerung eine ausländische Staatsangehörigkeit haben – Zahlen, die wir in der BLM natürlich besonders im Blick haben. 
 
Angesichts dieser Zahlen wäre eigentlich zu erwarten, dass die elektronischen Massenmedien, ich meine hier insbesondere Radio und Fernsehen, auf diese Realitäten reagieren und Menschen mit Migrationshintergrund einerseits ein selbstverständlicher Teil der täglichen Berichterstattung sind und andererseits Angebote gemacht werden, in denen sich die Medien aktiv und explizit um Integration und interkulturelle Verständigung bemühen. Wir haben Anfang November drei Wochen die Fernsehprogramme in Deutschland durchforstet und festgestellt, dass Sendungen, die explizit von Menschen mit Migrationshintergrund handeln, fast ausschließlich in den öffentlich-rechtlichen Programmen wie 3SAT, ARTE, ZDF oder den Dritten Programmen der ARD-Anstalten und die häufig auch in Randzeiten zu finden sind. Bei den privaten Programmen fand sich in diesem Zeitraum nur eine Reportage auf VOX mit dem Titel „Meine verrückte griechische Hochzeit“.
 
Betrachtet man die Hörfunklandschaft in Bayern, sieht es nicht viel besser aus. Da findet sich im gesamten Angebot des Bayerischen Rundfunks nur ein spezielles Magazin, nämlich das interkulturelle Magazin auf B5, das sich gezielt dem Thema Migration widmet. Im Übrigen kümmern sich im Radio nur die lokalen nicht kommerziellen Radios wie Radio Z in Nürnberg oder Radio Lora in München um die Belange der Menschen mit Migrationshintergrund. In diesen beiden Radios finden sich insgesamt 21 Sendungen wöchentlich, die sich darum bemühen, den Hörern mit Migrationshintergrund ein Angebot zu machen, jedoch auch den deutschen Zuhörern die Kulturen der Migranten näher zu bringen. 

Die Medien könnten bei der Integration der ausländischen Bevölkerung sicherlich eine wesentliche Rolle spielen. Denn sie können durch ihre Berichterstattung einen Beitrag zu einem respektvollen Miteinander leisten, indem sie andere Lebensweisen darstellen, Hintergründe von Konflikten aufzeigen und den Dialog der Kulturen fördern.
 
2008 ist das „Europäische Jahr des interkulturellen Dialogs“. Die Europäische Kommission will mit dem Europäischen Jahr den interkulturellen Dialog fördern und den europäischen Bürgerinnen und Bürgern deutlich machen, wie wichtig es ist, eine aktive und weltoffene Unionsbürgerschaft zu entwickeln, welche die kulturelle Vielfalt respektiert und auf gemeinsamen Werten gründet.
 
Der Programmförderungs-Ausschuss des Medienrates der Landeszentrale hat deshalb beschlossen, das Thema „Interkultureller Dialog“ im Rahmen der Programmförderung 2008 besonders zu berücksichtigen. Jedes Jahr stehen der Landeszentrale rund 1,6 Mio. € für die Förderung von qualitativ anspruchsvollen Sendungen mit einem kulturellen, sozialen, kirchlichen oder wirtschaftlichen Themenschwerpunkt  zur Verfügung. Und jedes Jahr wird ein Schwerpunktthema bestimmt, das besondere Berücksichtigung im Lokalradio und Lokalfernsehen finden soll. Die Frist für die Anträge für die Programmförderung 2008 war der 9. November 2007. Eine erste Sichtung der Anträge zeigt, dass das Thema von den bayerischen, lokalen Rundfunkanbietern sehr gut angenommen worden ist. Es wurden zu dem Schwerpunkthema „Interkultureller Dialog“ insgesamt 40 Anträge gestellt (22 Anträge im Hörfunk und 18 Anträge im Fernsehen).
 
Wir hoffen, damit einen Beitrag im Rahmen des heutigen Themas zu leisten und die Rundfunkunternehmen zu weitergehenden eigenen Anstrengungen zu ermuntern.