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Grußwort von Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring anlässlich der Pressekonferenz zum Safer Internet-Day 2008 am 12. Februar 2008 in München

12.02.2008 | P / & / R / 2008

 
- Es gilt das gesprochene Wort! -
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
heute findet der „Safer Internet Day“ unter der Schirmherrschaft der EU-Kommissarin Viviane Reding bereits zum fünften Mal statt. Mehr als 40 Länder beteiligen sich an der Aktion. Ziel des „Safer Internet Days“ ist es, mittels Aktionen und Medienkampagnen die Sensibilität für das Thema „Sicheres Internet“ zu fördern. Die Bayerische Landeszentrale beteiligt sich heuer schon zum dritten Mal am Safer Internet-Day und ich freue mich, dass dies in diesem Jahr in Kooperation mit Microsoft und dem Kultusministerium geschieht. An dieser Stelle möchte ich Sie darauf hinweisen, dass in Deutschland klicksafe.de, der deutsche Knotenpunkt im europäischen Netz, die Aktionen und Veranstaltungen am Safer Internet Day initiiert und koordiniert.
 
Als Anstalt des öffentlichen Rechts ist die Bayerische Landeszentrale für neue Medien sowohl für die Genehmigung und die Kontrolle als auch für die Entwicklung und die Förderung privater Rundfunkangebote, also Hörfunk und Fernsehen in Bayern zuständig. Auch das Internet mit seinen Angeboten gehört zu unserem Zuständigkeitsbereich. Die BLM wacht über die Einhaltung der Programmgrundsätze, der Jugendschutzbestimmungen und der Werberegelungen. Medienpädagogik gehört zu den gesetzlich festgeschriebenen Aufgaben der BLM.
 
Mit Ihren medienpädagogischen Angeboten zur Vermittlung von Medienkompetenz reagiert die BLM schon seit fast 20 Jahren auf die neueste Medienentwicklung. Sie trägt im Rahmen ihrer medienpädagogischen Arbeit dazu bei, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen, besser mit Medieninhalten umzugehen. Der Aspekt der Vermittlung technischen Wissens steht dabei nicht primär im Mittelpunkt. Gefördert wird vielmehr die Kompetenz, Medien verantwortungsvoll zu nutzen. Konkrete Anhaltspunkte sind die Ergebnisse aus der Forschung als Grundlage für pädagogische Modelle in Erziehungs- und Bildungsarbeit auf der einen Seite und die praktische Medienerfahrung auf der anderen Seite.
 
In der heutigen Informationsgesellschaft gelten Kenntnisse auf dem Gebiet der Medienpraxis als Schlüsselqualifikation. Diese Schlüsselqualifikationen müssen in der Schule vermittelt werden. Deshalb ist uns die Einbindung medienpädagogischer Angebote in den Schulalltag besonders wichtig. Aus gutem Grund ist die Medienpädagogik seit Jahren fest im Lehrplan verankert. Sie erzielt hier eine starke Breitenwirkung und kann schon bei jungen Kindern ansetzen. Aus der Praxis wissen wir aber, dass Medienpädagogik im Schulalltag leider oft zu kurz kommt. Die Bayerische Landeszentrale versucht darum, die Einbindung der Medienarbeit in den Unterricht mit vielfältigen Projekten zu fördern. Wir wollen helfen, Schulkinder besser im Umgang mit Medien zu begleiten und sie natürlich auch für die Gefahren der Computer- und Internetnutzung zu sensibilisieren.
 
Denn die Computer- und Videospieleindustrie hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Mit einem weltweiten Umsatz von ca. 25-30 Milliarden Euro im Jahr 2007 hat sie die globale Filmindustrie bereits übertroffen. Besonders unter Kindern und Jugendlichen sind die multimedialen Spiele ein fester Bestandteil der Alltagskultur und damit eine nicht zu unterschätzende Sozialisationsinstanz geworden. Dieser Umstand löst vielfältige Ängste, Befürchtungen und Vorurteile aus. Die rasant wachsende Bedeutung der Spielekultur macht eine intensive Beschäftigung mit Computer- und Videospielen notwendig. Schließlich bringen die multimedialen Anwendungen nicht nur jede Menge Spielspaß, sondern bergen auch eine Reihe von Gefahren. Daher ist es unabdingbar, dass nicht nur Eltern, sondern auch Pädagogen und Bildungsinstitutionen sich diesem Thema verstärkt widmen.
 
Aus Gesprächen mit Lehrern wissen wir, dass die Mediennutzung der Schüler - und hier besonders die „Computerspiele“ - immer stärker im Schulalltag präsent ist. In Elternsprechstunden werden Pädagogen oft gefragt, ob sich der Spielekonsum der Kinder auf deren Schulleistungen auswirkt. Lehrer müssen also mit ihren Schülern über die Möglichkeiten und die Gefahren des Medienkonsums ins Gespräch kommen.
 
Wir führen hier in Bayern eine durchaus kritische Diskussion zum Thema Computerspiele mit dem Augenmerk auf den sogenannten Killerspielen. Das ist eine sehr wichtige Diskussion, die mich in meiner Funktion als Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) intensiv beschäftigt. Daneben ist es aber auch wichtig, sich dem Thema Computerspiele aus der medienpädagogischen Perspektive zu nähern.
 
Lehrer wissen häufig  - wie übrigens die meisten Erwachsenen -  wenig über die inzwischen riesige Welt der Spiele. Mit der DVD „Digitale Spielwelten“ wollen wir die Möglichkeit geben, sich im Bereich der Spiele ein Stück weit zu orientieren ohne zum Gamer werden zu müssen.
 
Die DVD richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer der allgemeinbildenden Schulen und der Berufsschulen, die in der Lage sein wollen, mit ihren Schülerinnen und Schülern kompetent ins Gespräch zu kommen. Welche Elemente dann Eingang in den Unterricht finden können, entscheidet der jeweilige Lehrer im Hinblick auf die Problem- oder Interessenlage seiner Klasse.
 
Weil wir den Schulunterricht als Chance für die Vermittlung von Medienkompetenz betrachten, ist es uns ein besonderes Anliegen, die Lehrer in diesem Bereich zu unterstützen:
 
Wir werden deshalb die DVD „Digitale Spielwelten“ Multiplikatoren der Lehrerbildung und Medienpädagogik vorstellen, in erster Linie haben wir hier die bundesweit einmaligen sogenannten MIBs im Auge, die „Medienpädagogisch-informationstechnischen Beratungslehrkräfte“. Es ist geplant, zusammen mit Microsoft einen Workshop anzubieten. Die heute vorgestellten Materialien ergänzen sich aus unserer Sicht hervorragend in den Bereichen Jugendschutz und Sicherheit auf der einen Seite, Medienkompetenzförderung auf der anderen Seite.