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Grußwort von Prof. Dr. Ring zur Veranstaltung "Abschied vom Händchenhalten" am 10.02.2009

10.02.2009 | P&R / 10.02.2009


Sehr geehrte Damen und Herren,
 
als Hausherr freue ich mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind. Ich freue mich auch, dass wir bei dieser Veranstaltung erstmals mit dem pro familia Landesverband Bayern kooperieren.
Bedanken möchte ich mich bei Frau Echtler, der Geschäftsführerin des Landesverbands der pro familia Bayern, die diese Veranstaltung organisiert und in die BLM gebracht hat.

Ich begrüße ganz besonders die Teilnehmer der Podiumsdiskussion:
·   Dr. Potthast, Leiter der Mediengruppe der Bayerischen Staatskanzlei
·   Frau Zacharias, MdL
·   Herrn Kempf von pro familia München
·   die Moderatorin Frau Arnu vom BR
Ich freue mich, dass Sie der Einladung gefolgt sind und heute als Experten zur Verfügung stehen.
 
Anlass für die heutige Podiumsdiskussion ist der Safer Internet Day 2009, der heute weltweit unter der Schirmherrschaft der EU bereits zum sechsten Mal stattfindet. Mehr als 40 Länder beteiligen sich an der Aktion. Ziel des „Safer Internet Days“ ist es, mittels Aktionen und Medienkampagnen die Sensibilität für das Thema „Sicheres Internet“ zu fördern.

Die Bayerische Landeszentrale beteiligt sich heuer schon zum vierten Mal am Safer Internet Day, denn es ist uns ein großes Anliegen, dazu beizutragen, dass gerade die jungen Nutzer lernen, das Internet verantwortungsvoll zu nutzen.
 
Als Anstalt des öffentlichen Rechts ist die Bayerische Landeszentrale für neue Medien sowohl für die Genehmigung und die Kontrolle als auch für die Entwicklung und die Förderung privater Rundfunkangebote, also Hörfunk und Fernsehen in Bayern zuständig. Die BLM wacht über die Einhaltung der Programmgrundsätze, der Jugendschutzbestimmungen und der Werberegelungen. Auch Medienpädagogik gehört zu den gesetzlich festgeschriebenen Aufgaben der BLM. Seit 2003 gehört auch das Internet mit seinen Angeboten zu unserem Zuständigkeitsbereich. 
 
Damals wurde der Jugendmedienschutz reformiert und den Erfordernissen der veränderten Medienlandschaft angepasst.
Auf Grundlage des neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrages wurde  die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) im April 2003 als zentrales Aufsichtsorgan über den bundesweiten privaten Rundfunk und Telemedien eingerichtet. Die KJM ist ein Organ der Landesmedienanstalten. Unter meinem Vorsitz wurde die KJM-Stabsstelle in der BLM eingerichtet.
Die Aufsicht über Telemedien, worunter in der Praxis vor allem das Internet fällt, nimmt die KJM in Zusammenarbeit mit der länderübergreifenden Einrichtung jugendschutz.net und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wahr.
 
Das Internet beschäftigt uns seither hier im Haus immer mehr, denn bei den Jugendlichen hat der Computer dem Fernseher inzwischen endgültig den Rang abgelaufen. 84 Prozent der 12- bis 19-jährigen sind laut JIM-Studie 2008 mehrmals die Woche online. Die mediale Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen wird zunehmend komplexer. Das World Wide Web wird täglich größer und die jungen Nutzer nehmen es begeistert an. Es bietet ihnen nicht nur einen unendlichen Fluss an Wissen, Informationen und Unterhaltung jedweder Qualität, sondern ermöglicht Selbstbeteiligung oder Selbstdarstellung in vielfältiger Form. 
 
In Chaträumen oder Netzwerken knüpfen Heranwachsende soziale Kontakte. Flirten gehört hier selbstverständlich dazu. 
 
Das Internet ermöglicht es aber auch wie kein Medium zuvor, zeit- und raumunabhängig an gewalthaltige, rassistische, gesundheitsschädliche sowie sexuelle bzw. pornpografische Inhalte zu gelangen. Hinzu kommt im web 2.0, dass selbstproduzierte sexuelle Inhalte von den Usern auf Foren oder Videoportale hoch geladen werden können.
In meiner Funktion als Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) beunruhigt mich dieses Thema besonders.
 
Während sich also Heranwachsende begeistert und oft ohne Vorbehalte im World Wide Web bewegen, können oder wollen Erziehende mit deren digitalen Cliquen und Spielwiesen oft nur wenig anfangen.
Wir dürfen uns aber der Verantwortung nicht entziehen und müssen die Jugendlichen im Umgang mit den Medien begleiten. Einerseits gilt es, ihnen zum Beispiel über die aktive Medienarbeit die Möglichkeiten der Internet- und Mediennutzung aufzuzeigen. Andererseits müssen wir versuchen, sie auch für die Gefahren der Computer- und Internetnutzung  zu sensibilisieren.  

Veranstaltungen wie die heutige sind deshalb besonders  wichtig, damit wir die medialen Lebenswelt der Heranwachsenden nicht aus dem Auge verlieren, uns vielmehr annähern und versuchen, sie zu verstehen.
 
Aus diesem Grund hat die BLM heute auch noch eine weitere Safer Internet Day-Aktion für Erziehende gestartet, bei der wir zur Vermittlung von mehr Medienkompetenz im Schulalltag beitragen wollen. Wir verschenken an Lehrer in ganz Bayern das Internet-Handbuch „Knowhow für junge User“ mit Materialien für den Unterricht. Das Handbuch will Lehrern  helfen, sich im Internet zu orientieren. Praxisnah behandelt werden zum Beispiel Themenfelder wie „Chats, Spielen, Einkaufen oder Mobbing im Netz“, „Urheber- und Persönlichkeitsschutz“ oder „Jugendgefährdende Inhalte“.
Wir freuen uns, dass unsere Aktion vom Bayerischen Kultusministerium ausdrücklich unterstützt wird.  

Sollten sich zur heutigen Veranstaltung Lehrkräfte eingefunden haben, sind sie herzlich eingeladen, sich ein Exemplar des Handbuchs „Knowhow für junge User“ vom Infotisch im Foyer mitzunehmen.
 
An dieser Stelle möchte ich Sie darauf hinweisen, dass in Deutschland klicksafe.de, der deutsche Knotenpunkt im europäischen Netz, die Aktionen und Veranstaltungen am Safer Internet Day initiiert und koordiniert.

Nun wünsche ich Ihnen eine interessante Veranstaltung und übergebe das Wort an Frau Arnu.