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Grußwort von Siegfried Schneider zur Eröffnung des Mobile Media Day am 05.11.2013 in Würzburg

05.11.2013 | P&R

Sehr geehrte Frau Scholz,
sehr geehrter Herr Nickel,
sehr geehrte Herren Eiselein und Dr. Schunk von Vogel Business
Media,
sehr geehrter Herr Walther von der Würzburg AG,
sehr geehrte Referenten,
liebe Studentinnen und Studenten der Julius Maximilians Universität und der Hochschule Würzburg-Schweinfurt,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich darf Sie sehr herzlich zum ersten Mobile Media Day in Würzburg begrüßen. Das mobile Internet ist wahrscheinlich für alle Anwesenden schon seit einiger Zeit Realität. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung nutzen über 40 % ihr Smartphone für den Internetzugang. Das mobile Internet entwickelte sich eigentlich zunächst sehr langsam. Bereits in den 1990er Jahren konnte man über das GSM Netz auf das Internet zugreifen, UMTS war ab 2004 kommerziell verfügbar und 2007 folgte das erste iPhone. Dann nahm die Entwicklung Fahrt auf: Google-Chef Eric Schmidt gab 2010 die Devise „mobile first“ aus und prophezeite die zurückgehende Bedeutung des Desktop PCs und den Siegeszug des Smartphones. 2010 präsentierte Apple das erste iPad. 2013 ist vor allem das Jahr, in dem deutlich wird, dass die mobile Internetnutzung die Mediennutzung signifikant verändert.

Manche Internetinhalte wie Fotos, Karten, Spiele, das Wetter oder auch die sozialen Netzwerke werden nach einer aktuellen ComScore Studie bereits überwiegend mobil genutzt – der Desktop-PC spielt bei diesen Anwendungen nur noch eine untergeordnete Rolle. Wir sind mitten in einem Medienwandel, der getrieben von der technischen Innovation, besseren Netzen, besseren Geräten und neuen Anwendungen besonders die Mediennutzung verändert. Dieser Aspekt soll im Mittelpunkt des Mobile Media Day stehen. Es geht uns darum, eine Diskussionsplattform zu schaffen, auf der wir uns austauschen können über die neuen Weichenstellungen für die digitale Zukunft der Medien. Wir wollen darüber diskutieren, wie sich traditionelle Medienanbieter verändern und wie neue Angebote in der mobilen Welt positioniert sein müssen.  

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien, zuständig für die Zulassung und Beaufsichtigung des privaten Rundfunks in Bayern, kümmert sich mit ihren Tochterunternehmen, hier der Bayerischen Medien Servicegesellschaft, die den Mobile Media Day veranstaltet, um Schlüsselfragen der Medienentwicklung für die Medienunternehmen aber auch für die Mediennutzer. So ist die Landeszentrale mit sehr vielen Veranstaltungen wie den Medientagen München, den Lokalrundfunktagen Nürnberg, den Augsburger Mediengesprächen, dem Ostbayernforum oder jetzt dem Würzburger Mobile Media Day in ganz Bayern präsent. Wir leisten damit einen Beitrag für die Weiterentwicklung der Medienangebote in Bayern und geben Impulse für neue Anwendungen.  

Gerade erst vor zwei Wochen befasste sich die Fachtagung des Forums Medienpädagogik der BLM mit der Bedeutung des Smartphone in der Welt von Kinder und Jugendlichen, wobei ein Befund aus der Fachtagung auch für den Mobile Media Day programmatisch ist: Jugendliche können sich ein Leben ohne Smartphone nicht mehr vorstellen. Was also für die Jugendlichen schon selbstverständlich ist, wird für weite Kreise der Bevölkerung mit etwas Verzögerung genauso eintreten.

Wie umfassend sich dieser mobile Umbruch auf die Medienunternehmen auswirkt und wie sehr dies einen Aufbruch zu neuen Anwendungs- und Geschäftsmodellen verlangt, zeigt das Programm des heutigen Nachmittags in vielen Facetten. Ich darf mich jetzt schon bei Frau Heike Scholz dafür bedanken, dass sie als intensive Kennerin der mobilen Welt einen Einblick gibt in die Bedeutung diese Veränderungen für die neuen Medien. Wir erfahren dann von Daniel Meixner von Microsoft, wie sich die derzeitige Nr. 3 im mobilen Ökosystem neben Apple und Android auf die Herausforderungen einstellt. Eines wird dabei sehr deutlich werden, dass nämlich all diese Veränderungen sehr stark technikgetrieben sind und es freut mich daher, dass heute auch die Hochschulen aus Würzburg vertreten sind, um ganz praktisch zu zeigen, wie die Forschung hier den Innovationsgrad der mobilen Medien weiter vorantreibt. Der nächste Schritt des mobilen Internets ist längst ausgemacht: Es geht um tragbare Computersysteme. Das bekannteste davon, die Google-Glass haben wir heute auch im Ausstellungsbereich.

Erlauben Sie mir noch eine kurze Anmerkung zur Transformation der Medien Print, TV und Radio in die mobile Welt. Bezeichnend für den Medienwandel ist sicherlich, dass unsere Tagung heute in der früheren Druckerei des Vogel Verlages stattfindet. Das bedeutet nicht, dass Verlage heutzutage keine Druckereien mehr benötigen, jedoch ist es notwendig, die analoge und die digitale Welt eng zu verknüpfen. Die Aufbereitung der Information für die mobile Nutzung ist unverzichtbar. Bereits heute geben 21 % der mobilen Internetnutzer an, dass aktuelle Nachrichten, News und Online-Zeitungen für sie zu den wichtigsten fünf Internetanwendungen unterwegs gehören. Fernseh-Apps dagegen gehören bislang nur bei etwa 6 % der mobilen Onlinenutzer zu den häufigsten Anwendungen, so die aktuelle ARD/ZDF-Online-Studie. Ich wage dennoch die Behauptung, dass vor allem mit der Smartphone- und Tablet-Nutzung als Second- und Third-Screen im Wohnzimmer die Fernsehnutzung noch vor großen Umwälzungen steht, da die nonlineare Nutzung erheblich zunehmen wird. Apple-TV, Google-TV, Netflix und andere werden ein Übriges tun.

Der Hörfunk, gerade mal 90 Jahre alt, erlebt, obwohl im Wesentlichen immer noch analog über UKW ausgestrahlt, wachsenden Zuspruch, weil das Radio es geschafft hat, auf allen digitalen Plattformen präsent zu sein. Auch mobil ist Radio über Apps und zunehmend über mobile Seiten immer empfangbar. Hier wird insbesondere noch spannend werden, wie sich das Radio im Nebeneinander mit mobilen Musik Streaming-Angeboten wie Ampya behaupten kann. Das Nebeneinander von Musik-Streaming-Diensten und Radioangeboten auf den mobilen Plattformen verlangt geradezu danach, dass hier gleiche Wettbewerbsbedingungen herrschen. Es kann nicht sein, dass die Mobilfunkanbieter Tarife mit Musiknutzung als Flatrate anbieten, während gleiche Angebote für die mobile Online-Radio-Nutzung nicht verfügbar sind. Mit zunehmender Bedeutung der mobilen Internetnutzung muss auch gewährleistet sein, dass die Radioprogramme über die mobilen Netze zu fairen Wettbewerbsbedingungen genutzt werden können. Dieser Aspekt macht deutlich, dass es auch wichtige strukturelle Weichenstellungen gibt, die den Aufbruch der Medien in die mobile Internetwelt begleiten.

Ich darf mich abschließend sehr herzlich bedanken, beim Mediennetzwerk Bayern für die Förderung des Mobile Media Day, persönlich beim Netzwerk-Koordinator Karl-Georg Nickel, der sich sehr dafür eingesetzt hat, dass der Standort Würzburg stärker ins Blickfeld rückt. Dann bedanke ich mich ganz besonders bei Vogel Business Media, nicht nur für die freundliche Aufnahme hier im Vogel Convention Center, sondern vor allem für die sehr tatkräftige Unterstützung bei der Konzeption und Vorbereitung durch Dr. Gunther Schunk, dem Marketingleiter bei Vogel Business Media. Daneben gilt mein Dank der iWelt AG hier in Würzburg für die inhaltliche Unterstützung sowie dem Coworking Würzburg, das die Türen heute Abend für die Mobile Media Day Lounge öffnet.  

Es freut mich, dass wir jetzt mit dem Mobile Media Day auch in den intensiveren Austausch mit der lebendigen Medienszene im Großraum Würzburg mit insgesamt 145 Unternehmen in den Bereichen Medien, IT und Kommunikation eintreten können. Ich wünsche uns einen erkenntnisreichen Mobile Media Day, wobei ich mich ausdrücklich noch bei den zahlreichen Ausstellern bedanken möchte, die es möglich machen, dass wir uns in den Pausen und nach der Diskussion ganz praktisch mit den neuen Entwicklungen auseinandersetzen können.