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Winfried Engel, LPR-Hessen – GVK-Vorsitz - Grußwort zur Verabschiedung von Herrn Dr. Erich Jooß, Medienratsvorsitzender der BLM am 27.04.2017

27.04.2017 | P&R / 2017

(Anrede)
 
Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: …“. Wahrscheinlich wissen die meisten unter Ihnen, woher dieses Zitat stammt: aus der Bibel. Es ist sehr alt und lässt sich auf das 3. Jahrhundert vor Christus datieren. Sicher ist es ein schöner Einstieg in ein Grußwort, aber darüber hinaus birgt es in sich, wie ich meine, eine tiefe Lebensweisheit. Und mir als Theologe und Vertreter der katholischen Kirche in der Versammlung der LPR Hessen sei es gestattet, bei einem Anlass wie dem heutigen mit einem Bibelzitat zu beginnen, zumal ja der heute zu Ehrende, der Vorsitzende des Medienrats der BLM, Herr Dr. Erich Jooß, zwar nicht der Vertreter der katholischen Kirche im Medienrat ist, aber beruflich einen kirchlichen Hintergrund hat. Ja, lieber Kollege Dr. Jooß, alles hat seine Stunde. Das gilt auch für den Abschied aus einer langjährigen Tätigkeit als Mitglied und Vorsitzender des Medienrats der BLM und damit auch als Mitglied der Gremienvorsitzendenkonferenz der deutschen Landesmedienanstalten. Gern bin ich heute nach München gekommen, um Ihnen im Namen der Gremienvorsitzenden, Ihrer Kolleginnen und Kollegen aus den 14 Landes­medienanstalten, ein paar Worte zu sagen.
 
(Anrede)
 
Was kann das nun aber konkret sein, was ich Ihnen heute sagen kann, so habe ich mich in den letzten Tagen gefragt. Ihre Arbeit hier in der BLM wird von anderen ausführlich gewürdigt werden (was wir ja auch schon erlebt haben). Ihre vielfältigen sonstigen Aktivitäten, Fähigkeiten und Verdienste herauszustellen, steht mir nicht zu. Themen oder gar Probleme anzusprechen, die uns in den vergangenen Jahren in der Gremien­vorsitzendenkonferenz beschäftigt haben, wäre wohl auch nicht so passend. Also habe ich mal in Protokolle unserer Sitzungen aus den letzten Jahren geschaut in der Hoffnung, dabei etwas zu finden, was erwähnenswert ist. Dabei entdeckte ich eine aus meiner Sicht interessante Fügung: Im Protokoll der Gremienvorsitzendenkonferenz vom 2. März 2004 in Halle ist zu lesen: „Der Vorsitzende, Herr Engel, begrüßt die Gremienvorsitzenden in Halle und eröffnet die Sitzung. Er heißt besonders herzlich Herrn Dr. Jooß willkommen, der die Nachfolge des zwischenzeitlich ausgeschiedenen Klaus Kopka als Vorsitzender des Medienrats der BLM übernommen hat.“ Soweit das Zitat. Dass gerade ich, der Sie damals in der GVK willkommen geheißen hat, Ihnen heute als amtierender Vorsitzende der GVK einige Worte zu Ihrer Verabschiedung aus unserem Kreis sagen darf, ist schon eine Fügung. Jetzt könnte man meinen, wenn der immer noch Vorsitzender ist, ist das ja kein Wunder. Nein, ist er nicht, muss ich feststellen. Ich war es damals von 2003 – 2005, als Gremienvorsitzender der damaligen „Vorsitzanstalt“, der LPR Hessen, und bin es jetzt wieder.
 
(Anrede)
 
Mehr als 10 Jahre haben wir in der GVK zusammengearbeitet. In diesen Jahren hat sich die Zusammenarbeit der Landesmedienanstalten in ihrer Struktur grundlegend verändert. Diese Zusammenarbeit wurde intensiviert und dann auch organisatorisch in einer gemeinsamen Geschäftsstelle in Berlin zusammengeführt. Für die Landesmedienanstalten verbindlich handelnde Organe wurden eingerichtet. Ich nenne KJM und ZAK. Damit verbunden war gleichzeitig für die zumeist pluralistisch zusammengesetzten Gremien der Verlust von Einfluss auf Entscheidungen auf Bundesebene. Ein Zustand, den wir als Gremienvorsitzende als unzureichend empfinden, ohne damit die Schritte zur Zusammenarbeit in Frage stellen zu wollen. Gremien stehen für die Gesellschaft, repräsentieren diese Gesellschaft und sind ja wohl auch genau deshalb eingerichtet worden, damit bei den Entscheidungsprozessen auch der gesellschaftliche Aspekt im Blick bleibt. Warum ich diese Entwicklung und ihre Folgen für die Gremien anspreche? Weil Sie, lieber Kollege Dr. Jooß, zu denen gehörten, die die genannten Entwicklungen von Anfang an mit kritischem Blick begleitet haben. Ich erinnere mich zum Beispiel an unsere Diskussionen über das so genannte Tormin-Gutachten. In den letzten Jahren haben Sie zu einer kleinen Arbeitsgruppe der GVK gehört, die Überlegungen zu einer angemessenen Positionierung der GVK in den genannten Entscheidungsprozessen anstellt. Hier sehen wir in der Konkretisierung und Umsetzung der Ergebnisse der Bund-Länder-Kommission den einen oder anderen Ansatzpunkt. Ich will mich auf diese kurzen Anmerkungen beschrän­ken. Die Protokolle der GVK-Sitzungen enthalten weitere Beispiele, deren Ausbreitung jedoch den Rahmen eines Grußworts sprengen würden.
 
(Anrede)
 
Ich möchte Ihnen heute bescheinigen, dass Sie mit ihren Beiträgen die Diskussionen in der GVK maßgeblich vorangebracht und bereichert haben. Ihr Urteil, Ihre Einschätzungen als erfahrener Medienfachmann waren uns wichtig. Zudem haben Sie durch Ihre bedächtige und ausgleichende Art unsere Diskussionen positiv beeinflusst und zur Ergebnisfindung beigetragen. Dafür darf ich Ihnen heute im Namen der Mitglieder der GVK herzlich danken. Ihre Position in der GVK wird wieder neu besetzt werden, der Mensch Erich Jooß ist jedoch nicht ersetzbar. Und der wird uns in Zukunft fehlen.
 
Wir, die Mitglieder der GVK, hoffen und wünschen, dass Sie sich in Zukunft immer wieder einmal an die Arbeit in den Gremien und insbesondere der GVK erinnern. Für diese Zukunft wünschen wir Ihnen alles erdenklich Gute und Gottes reichen Segen!