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Grußwort von BLM-Präsident Siegfried Schneider zur Eröffnung der Lokalrundfunktage am 3. Juli 2018

03.07.2018 | P&R / 2018

-Es gilt das gesprochene Wort!-

Anrede,

herzlich willkommen auf den 26. Lokalrundfunktagen in Nürnberg! Über eines freue ich mich – neben dem tollen Sommerwetter, dem vollen Saal und den kreativen Preisträgern – heuer ganz besonders: der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder ist bei uns und wird gleich ein Grußwort zur Eröffnung unserer gleichzeitig fränkisch-bayerischen und europäisch-internationalen Veranstaltung sprechen. Das passt also ganz hervorragend – ein herzliches Dankeschön, dass Sie da sind, lieber Herr Ministerpräsident!

Meine Damen und Herren, die Anwesenheit des Ministerpräsidenten ist für uns mehr als eine Geste. Sie ist für uns ein starkes Signal, dass wir auch in Zukunft auf gute Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsregierung und dem Bayerischen Landtag setzen können. Denn ohne diese Unterstützung hätte Bayern nicht die vielfältigste und erfolgreichste private Radio- und Fernsehlandschaft. Lassen Sie mich schlaglichtartig ein paar Beispiele nennen:

Das Engagement und die Vorreiterrolle der Landeszentrale bei DAB+ wäre ohne die Förderung des Bayerischen Landtags ungleich schwieriger: Er stellte – zunächst für den Doppelhaushalt 2017/18 – eine Förderung der Digitalisierung in Höhe von 500 Tsd. Euro im Jahr 2017 und 1 Mio. Euro im Jahr 2018 zur Verfügung.

Was ist mit dem Geld passiert? Auf Basis einer Kooperationsvereinbarung der BLM mit dem Bayerischen Rundfunk werden die landesweiten privaten Hörfunkangebote und die lokalen Programme in Unterfranken, Mittelfranken und Oberfranken im Netz des BR verteilt, ebenso in Niederbayern und der Oberpfalz, die heute – pünktlich zum Start der Lokalrundfunktage – den Betrieb aufnehmen. 2018 kommt im BDR-Netz noch das Allgäu dazu und im nächsten Jahr wird das neue BDR-Netz Voralpenland Süd-Ost-Oberbayern entstehen. Ab 2019 können wir alle aktuellen lokalen privaten UKW-Angebote auch in DAB+ anbieten. Zusätzlich gibt es in DAB+ auch neue lokale/regionale und landesweite Programme.

Auch das bayerische Lokalfernsehen bekommt technische Infrastrukturförderung. So war: Die Umstellung von SD auf HD zum 1. April dieses Jahres bei den 16 bayerischen Lokal-TV-Programmen nur durch die Förderung des Bayerischen Landtags und der Bayerischen Staatsregierung möglich. Für die Verbreitung dieser Programme via Kabel, Satellit und terrestrisch hat der Freistaat die Mittel von neun auf rund 12 Millionen Euro jährlich erweitert.

Digitale Innovation und Vernetzung sowie Medienkompetenz sind weitere Bereiche fruchtbarer Kooperation: So fördert die Staatsregierung MedienNetzwerk und Media Lab Bayern. Wir freuen uns, dass die Staatskanzlei die erfolgreiche Arbeit unseres Labs schätzt und nun ein zweites Lab in Ansbach entstehen kann. Der Medienführerschein Bayern wird von der gemeinnützigen Stiftung Medienpädagogik Bayern der BLM koordiniert. Die Initiative, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihrer Medienkompetenz stärkt, hat bereits mehr als 300.000 Urkunden ausgegeben.

Doch nun lassen Sie mich zu den Local Heroes kommen. Nein, damit meine ich nicht den Bayerischen Ministerpräsidenten und den Oberbürgermeister von Nürnberg, sondern die lokalen und regionalen Radio- und Fernsehsender! Sie stehen natürlich wie immer im Mittelpunkt unserer Lokalrundfunktage, dem deutschlandweit größten Branchentreff für den lokalen und regionalen Rundfunk. Als Sprachrohr ihrer Region haben sie den Draht zu den Menschen vor Ort und deren Vertrauen. Auch 2018 zeigen wir wieder Best Cases von lokalem Rundfunkjournalismus sowie aktuelle Trends der Radio- und TV-Branche. Sprachassistenten, Storytelling, Pod-casts, neue Digitalstrategien und Erlösmodelle sind nur einige Stichpunkte. Wie immer freuen wir uns ganz besonders über internationale Podiumsgäste, die uns innovative Lokal-TV-Formate aus Europa präsentieren. Ihnen und allen anderen Referenten ein herzliches Willkommen! Nicht zuletzt gehört mein Gruß und Dank an dieser Stelle unseren zahlreichen Partnern und Sponsoren, ohne die es die Lokalrundfunktage so nicht gäbe.

Meine Damen und Herren, die Ergebnisse der FAB, die wir gleich hören werden, haben aus meiner Sicht eine Hauptaussage: Heimat gewinnt! Vielleicht ein Grund dafür, dass in jüngster Zeit zu beobachten ist, wie der BR seine regionalen Angebote immer mehr ausbaut. Ich kann dabei die Sorge der lokalen privaten Anbieter ob dieser Expansion durchaus nachvollziehen.

Umso erfreulicher die Ergebnisse – vor allem beim Radio. Hier wurde in Sachen Tagesreichweite das drittbeste Ergebnis der vergangenen 30 Jahre erzielt. Gerade im zunehmenden Wettbewerb mit alternativen Audio-Angeboten, allem voran Streamingdiensten, ist die lokale Berichterstattung als Alleinstellungsmerkmal des Lokalfunks offensichtlich ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor: Trotz steigender Nutzungsdauer von Streamingangeboten erreichen die Lokalradios auch überdurchschnittlich viele junge Hörer!

Damit das so bleibt, hat die BLM über ihre Tochter Bayerische Medien Technik (bmt) – und in enger Abstimmung mit den Anbietern – alle UKW-Sender und -Antennen für den privaten Rundfunk in Bayern von der Media Broadcast erworben. Mit dem Kauf von 180 Antennen ist die bmt deutschlandweit der zweitgrößte Käufer. Damit ist die UKW-Verbreitung in Bayern im Interesse der Hörfunkanbieter, für die UKW in den kommenden Jahren noch die entscheidende wirtschaftliche Basis bildet, gesichert. Unser Engagement ändert aber nichts an dem Ziel, mittelfristig auf die bessere terrestrische DAB+-Infrastruktur umzusteigen.

Beim Blick auf das Lokal-TV fällt auf: Nahezu alle Sender und Empfangswege sind von Zuschauerverlusten betroffen. Durch die mittlerweile weit fortgeschrittene Digitalisierung und die zunehmende Zahl von OTT- und Streamingdiensten hat sich das Wettbewerbsumfeld mit Hunderten von digitalen Bewegtbildangeboten weiter verschärft. Gleichwohl zeigt auch hier die nach wie vor gute Positionierung von Lokal TV-Stationen im Langzeitvergleich: Lokal TV ist durchaus in der Lage, sein Publikum durch kompetente lokale Berichterstattung zu erreichen und dauerhaft zu binden.

Und nun bin ich sehr gespannt auf die Ausführungen des Bayerischen Ministerpräsidenten!

Meine Damen und Herren, freuen Sie sich mit mir auf inspirierende Lokalrundfunktage und auf ein rauschendes Medienfest – diesmal im Innenhof des Alten Nürnberger Rathauses. Vielen Dank.