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Begrüßung von BLM-Geschäftsführer Martin Gebrande zur achten Local Web Conference am 4. Juli 2018

04.07.2018 | P&R / 2018

Local Web Conference
Vielfältiger, relevanter, profitabler – Zukunftsstrategien für den neuen, digitalen Lokaljournalismus

Herzlich Willkommen zur achten Local Web Conference!
Mit der Einbindung dieses bewährten Formats in die Lokalrundfunktage haben wie im letzten Jahr das Lokalrundfunktage-Programm thematisch noch mehr in Richtung digitale Innovationen und Strategien ausgebaut.

Damit ist uns gelungen, dort ein Forum zum intensiven Austausch und zur Vernetzung für genau die Leute zu schaffen, die ihre Zielgruppen über digitale Kanäle ansprechen, Innovation in ihren Häusern vorantreiben und auch für die, die das noch vorhaben.

In diesem Jahr liegt mir diese Konferenz aus zwei Gründen besonders am Herzen.

Zum einen zeigt sich aktuell mehr denn je, dass lokale Medien nicht nur angesichts ihrer eingeschränkteren Zielgruppen unter besonderem Innovationsdruck stehen.

Sie haben zudem auch eine besondere Verantwortung inne, wenn es darum geht, Vielfalt in der Berichterstattung sicherzustellen sowie Filter Bubbles und populistisch getriebener Meinungsbildung entgegenzuwirken.

Durch ihre im wahrsten Sinne des Wortes lokale Nähe und Tuchfühlung zur Zielgruppe haben sie alle Möglichkeiten, Informationslücken zu schließen und schnell und sicher auf Stimmungslagen zu reagieren.

Richtig genutzt ist das der Schlüssel zu ihrem nachhaltigen Erfolg:

Denn wir wissen, dass durch die Digitalisierung die Tage der Massenmedien gezählt sind. Auch Inhalte nur auf Altersgruppen oder Herkunft zuzuschneiden, reicht nicht mehr aus, wenn man in der allgemeinen Informationsflut hervorstechen will.

Nur, wer die individuellen Anliegen bestimmter Gruppen innerhalb seiner Audience identifizieren und mit seinem Content beantworten kann, wird dauerhaft Relevanz schaffen.

Medienmacher werden zu Community-Buildern, die einen Raum für den produktiven Austausch für diese Gruppen schaffen und selbst in diesen Austausch einsteigen müssen.

So bleiben wir heute dem Kernthema der Local Web Conference, den digitalen Produktinnovationen und Kanälen zum Kunden, zwar treu und beleuchten z. B., wie Erfolgsmodelle für Podcasts oder Chatbots von Lokalmedien aussehen können und künstliche Intelligenz im Lokaljournalismus sinnvoll eingesetzt werden kann.

Vor allem wird es aber heute auch darum gehen, wie man sowohl Communities und Dialog schafft, als auch für sich die Netzwerke aufbaut und Partner findet, um Vielfalt, Qualität und Relevanz auch als kleines Medienhaus mit wenigen Ressourcen sicherstellen zu können.

Viel lernen werden wir dazu heute z. B. durch einen Blick über den Tellerrand gleich zu Beginn: Tim Schmitz wird von seinen Learnings aus den drei Jahren nach der Gründung der hyperokalen App Jodel, einer Kommunikations- und Content-Plattform, berichten. Als Digitalstartup machen er und sein Team vor, wie sie, bei Null angefangen, Zugang zu lokalen Zielgruppen aufbauen und lebhaften digitalen Austausch in Gang setzen konnten.

Und wie sehen neue Branchenstrukturen und Kooperations-modelle aus, in denen freie und angestellte LokaljournalistInnen und große und kleine Medienhäuser wirkungsvoller vernetzt werden können?

Wie können sie so gemeinsam ein umfassenderes und zielgenaues lokaljournalistisches Angebot bieten?

Darüber sprechen z. B. Rachel Oldroyd von The Bureau of Investigative Journalism in England, Teresa Conrad von Mercurist oder auch Marie-Anne Hollenz und Niko Hinz von Focus Online.

Nun aber noch zu dem zweiten Grund, warum ich mich heute besonders auf diese Konferenz freue: Sie reiht sich perfekt in die aktuellen Initiativen ein, mit denen Bayern Ideen für den Lokaljournalismus und Innovationen auf lokaler Ebene fördert.

Die Konferenz ist zum Beispiel eine wichtige Aktivität im Rahmen des MedienNetzwerk Bayern, das wie jedes Jahr das Programm ganz im Sinne seines Auftrags gestaltet hat, der da lautet, die Medienbranche untereinander aber auch mit anderen Branchen zu vernetzen.

Dazu gehört auch, Startups und etablierte Unternehmen zusammenzubringen und Medienhäuser in Stadt und Land.

Dafür geht das MedienNetzwerk auch in die Regionen und unterstützt dort mit fachlichem Input und Förderungen, ob bei den Chiemgauer Medienwochen oder dem Silicon Vilstal Festival.

Unsere größte Neuigkeit im Sinne von mehr Lokalität ist momentan aber die Gründung einer Zweigstelle unseres Media Labs in Ansbach.

Unser Inkubator für Medien- und Journalismus-StartUps mit Stammsitz in München wird zukünftig die Möglichkeit haben, neben Vorgründern auch Startups in späteren Phasen zu unterstützen. So hat es die Bayerische Staatsregierung letzte Woche beschlossen.

Durch die Erweiterung nach Ansbach wird ein erster Schritt unternommen, Medieninnovationen in Bayern auch jenseits der Ballungszentren zu unterstützen.

Mit dem Media Lab in Ansbach werden kreative Ideen, kreative Teams und kreativen Journalismus mit den dortigen gut aufgestellten Medienstudiengängen und mittelfränkischen  Medienunternehmen verknüpft.

Zudem wird die Region stärker mit der Münchner Gründerszene und Medienbranche vernetzt und kann Synergien mit der dortigen Media Lab-Community nutzen.

Ich freue mich sehr über diese Entwicklungen und bin gespannt auf die neuen Netzwerke und Ideen, die daraus entstehen werden.

Eine wichtige Inspiration werden dabei immer auch andere lokale Förderprojekte für lokale Medien sein, wie z. B. Vor Ort NRW, deren Geschäftsführerin Simone Jost-Westendorf wir ebenfalls hier auf der Local Web Conference erleben werden.

Mit einem herzlichen Dankeschön an unsere heutigen Referenten und Referentinnen möchte ich jetzt das Wort an unseren Moderator Jim Sengl übergeben.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!