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Grußwort von Siegfried Schneider, BLM-Präsident und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Medien.Bayern GmbH, zur Eröffnung der MEDIENTAGE MÜNCHEN digital am 26.10.2020

26.10.2020 | P&R / 2020

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, lieber Markus Söder,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

herzlich willkommen zu den 34. MEDIENTAGEN MÜNCHEN digital!

Wir alle erleben heuer eine Premiere: Konferenz und Expo von Europas größtem Medienkongress sind in den virtuellen Raum gezogen.

Und so sehen wir uns heute zum traditionellen MEDIENTAGE-Gipfel nicht im ICM.
Wir treffen uns auf der der neuen, digitalen MEDIENTAGE-Plattform.

Was noch vor einem Jahr undenkbar erschien, ist Realität.
Die MEDIENTAGE MÜNCHEN selbst sind das beste Beispiel für die aktuelle Entwicklung:

Digitalisierung ist Alltag.
Die Welt ändert sich.
Die Medienwelt ändert sich.

Corona – ich verspreche, ich sage dieses Wort nur einmal – ist Turbo für den digitalen Wandel der Medienbranche:
Die Krise beschleunigt rasant Entwicklungen, mit denen wir uns auf den MEDIENTAGEN schon seit Jahren beschäftigen.

Neben den klassischen Medien wie Zeitung, Radio und TV bereichern längst neue Akteure wie YouTuber, Podcaster und Influencer das Medienangebot.
Täglich entstehen neue Anwendungen, Kanäle und Formate.

„This is Media NOW!“
All das ist nicht die Zukunft. All das sind Medien heute.

Die Medien und ihre Nutzung sind noch digitaler, mobiler und  plattformbasierter geworden.

Wir dürfen dabei in Deutschland und Europa den Anschluss an die globalen Player in China und den USA nicht verpassen!

Wir müssen kreativ und mutig handeln!

Bayern hat mit seiner Hightech Agenda hier sicher Benchmarks gesetzt.
Nochmals ein ganz herzliches Grüß Gott dem Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder!

Wir schätzen es sehr, lieber Herr Ministerpräsident, dass Sie auch in dieser herausfordernden Zeit bei der Eröffnung der MEDIENTAGE dabei sind – vielen Dank!
Ihre Anwesenheit ist ein wichtiges Signal, ein Zeichen für die Bedeutung der Medien am  Wirtschafts- und Kulturstandort Bayern.

Ich freue mich, dass Wolfgang Blau, der gerade seinen Wechsel von Condé Nast International zum Reuters Institute for the Study of Journalism angekündigt hat, heute die Keynote sprechen wird.
Stellvertretend für die mehr als 350 Referentinnen und Referenten begrüße ich den Informationsdirektor des BR, Thomas Hinrichs, aus dessen Studio wir heute die Eröffnung der MEDIENTAGE 2020 übertragen können.

Danke, dass Sie alle dabei sind und sich gemeinsam mit uns den vielen Kongress-Themen widmen:
Wie immer liegt ein Fokus auf MEDIENTAGE-Klassikern wie Innovationen in den Bereichen TV und Streaming, Audio, Social Media, Werbung und Marketing oder Journalismus. Ebenso wichtig sind jedoch Themen wie Diversity, New Work oder Nachhaltigkeit.

Medien machen in unserem Land einen ganz hervorragenden Job.
Und zwar alle, vom kleinen Lokalradio über die bundesweiten TV-Sender bis zu Print und Online.

Das schätzen auch die Menschen: Das Vertrauen in die Qualitätsmedien ist laut einer aktuellen Studie in 2020 enorm gestiegen.
Wir erleben gerade eine Renaissance der Inhalte, der Recherche und des Qualitätsjournalismus.

Und: Wir erleben ein Comeback des Lokalen.
Lokales schafft Heimat, Vertrauen, Nähe in diesen unsicheren Zeiten.

Um die besonderen  Leistungen auch in diesem Bereich zu würdigen, verleihen wir heuer erstmals unsere BLM-Preise für herausragende Beiträge im lokalen Hörfunk und Fernsehen im Rahmen dieser MEDIENTAGE.

Medien sind das Tor zur Welt. Medien gestalten Zusammenhalt. Medien sind systemrelevant.

Exponentiell steigt dabei auch die Nutzung von informierenden Angeboten im Internet und in den Sozialen Medien – und das nicht nur in den jüngeren Zielgruppen.

Doch natürlich gibt es auch Schattenseiten.

Die Einnahmen der privatwirtschaftlich finanzierten Medien sind teils existenzbedrohend eingebrochen.
Um das etwas abzufedern, wurden auf Landes- wie Bundesebene dankenswerterweise Rettungsschirme gespannt.

Zudem haben wir in unserer zunehmend digitalisierten und datengetriebenen Welt mehr denn je mit Fake News, Verschwörungstheorien und Hass zu kämpfen.
Es ist so leicht, in der anonymen globalen Social-Media-Welt andere zu beleidigen, zu diffamieren und anzugreifen.

Die Qualitätsmedien und die demokratische Gesellschaft müssen dagegen aufstehen und unsere Werte wie Freiheit, Demokratie, Bürgerrechte auch im digitalen Raum verteidigen!

Meine Damen und Herren,

zentrale gesellschaftspolitische Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch die MEDIENTAGE 2020:
Wie können wir Fakes eine echte Debatte entgegensetzen?
Wie können wir konsequent gegen Hass, Verschwörung und Extremismus im Netz vorgehen?
Wie können Medien Diversity besser spiegeln?
Was können wir tun, um Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt zu gewährleisten?

Fragen, die mehr als deutlich machen:
Medien müssen ihrer Verantwortung für die Demokratie gerecht werden – das darf im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit und das Zeitbudget der Menschen nicht vergessen werden.
Es geht schlicht darum, die digitale Transformation nachhaltig zu gestalten.

Der neue Medienstaatsvertrag geht hier voran.
Er schafft neue Spielregeln für die Medienbranche, für Plattformanbieter und erstmals auch für Intermediäre.
Die neue Regulierung bei Medienplattformen, Medienintermediäre und Benutzeroberflächen soll mehr Chancengleichheit und mehr Transparenz sichern.

Das ist ein bedeutender Schritt. Aber weitere wichtige Themen stehen bereits für die nächste Runde auf der Agenda, wie z.B. Vielfalt und Meinungsmacht.

„This ist Media NOW“!
Unsere bestehende Konzentrationskontrolle ist fernsehzentriert, weder an der Gegenwart und schon gar nicht an der Zukunft orientiert.
Sie lässt die neuen Angebots- und Machtstrukturen und deren Bedeutung für die Meinungsbildung und Meinungsvielfalt völlig außer Acht.

This is Media NOW!
Ein modernes Medienkonzentrationsrecht ist überfällig.
Nur eine medienübergreifende Perspektive wird dem Informationsverhalten in der vernetzten Medienwelt gerecht.
Neben dem Fernsehmarkt muss deshalb auch die Relevanz aller klassischer Medien wie Zeitungen, Zeitschriften, Hörfunk und Internet in Entscheidungen einbezogen sein.

This is Media NOW!
Im Sinne einer positiven Vielfaltssicherung müssen wir uns vor allem mit dem Einfluss von Suchmaschinen, Videoplattformen und Sozialen Netzwerken auf die Meinungsbildung befassen.
Neue digitale Kommunikationslogiken können nicht mehr mit eingeübten Mustern der alten Medienwelt beurteilt werden.
Gerade der Einfluss und die Macht Sozialer Medien auf die Meinungsbildung stellt uns vor neue Herausforderungen.

Aber:
This is Media NOW!

Um hier Antworten zu finden, beteiligt sich die BLM an einem Forschungsprojekt am Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt).
Ziel ist es, ein Instrument zur differenzierten Erfassung von Meinungsmacht bei Medienintermediären zu erproben.

Meine Damen und Herren, doch zurück zu den MEDIENTAGEN MÜNCHEN digital und ein paar Hinweisen auf die zahlreichen Specials.

Es lohnt sich, in der Expo die Türen zu den Networking-Sessions, Webinaren oder Live-Chats der zahlreichen Aussteller zu öffnen.
Besuchen Sie auch Specials wie die Podcast Avenue, die Binge Box für Serien-Junkies oder den Recruiting Space für Jobsuchende.
Hinzu kommt XR Area für alle XR-Interessierten und die Media-Lab-Innovation-Week.

Besonders am Herzen liegt mir der völlig neu konzipierte Bereich rund um Medienaus- und -weiterbildung:
„Start into Media“ bietet eine Informations- und Interaktionsplattform für alle, die an Ausbildungsangeboten in den Medien interessiert sind.

Zuletzt bleibt mir, allen Beteiligten dieses digitalen Mammut-Projekts, allem voran MEDIENTAGE-Chef Stefan Sutor und seinem Team der Medien.Bayern GmbH, herzlich für ihr Engagement zu danken!
Ein großer Dank geht zudem an unsere Partner und Sponsoren – vor allem an den BR, die MEDIA SCHOOL BAYERN, ProSieben/Sat1 und Sky, die ihre Studios für unsere Gipfel-Veranstaltungen geöffnet haben.

Ich kann Ihnen versprechen, meine Damen und Herren:
Wir haben alles getan, damit die nächsten Tage mit den MEDIENTAGEN digital etwas Besonderes bieten können:
Nutzen Sie unbedingt auch die vielen digitalen Begegnungsformate!

Und: Ich freue mich, wenn wir uns nächstes Jahr hoffentlich wieder persönlich sehen! Bleiben Sie gesund!

Ihnen allen nochmal ein herzliches Grüß Gott auf den 34. MEDIENTAGEN!