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Grußwort von BLM-Präsident Siegfried Schneider zur Veranstaltung „Start-up with Ethics“ am Freitag, 30.04.2021

30.04.2021 | P&R / 2021

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

herzlich Willkommen zu unserer Veranstaltung „Start-up with Ethics“! Wir möchten Ihnen heute einen Kompass für den Weg zu einem werteorientierten Unternehmen präsentieren.

Das ist neu. Das gibt es so bisher auf dem deutschen Markt nicht. Zugegeben – ich bin ein Stück weit stolz auf das Ergebnis des Forschungsprojekts an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart. Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat es Ende 2018 in Auftrag gegeben.

Gleich wird uns das wissenschaftliche Team der HdM, bestehend aus Frau Prof. Grimm, Herrn Prof. Keber und Herrn Prof. Müller, erklären, was hinter dem Kompass steckt und wie er genau funktioniert. An dieser Stelle mein ganz herzlicher Dank für Ihr Engagement und Ihre Expertise!

Im Anschluss machen wir den Praxis-Test und fragen: „Wie kommt Ethik in ein Start-up?“

Mein ganz herzlicher Dank auch an alle Teilnehmenden der Praxisrunde!

Ein ganz besonderes Dankeschön geht dabei an Frau Lexa vom Media Lab Bayern, das maßgeblich zum Gelingen des Projekts beigetragen hat: So wurde im Rahmen des Forschungsprojekts in regem Austausch mit unserem Media Lab gearbeitet. Es hat unter anderem Kontakte zu Start-ups her- und Räume für Workshops zur Verfügung gestellt.

Ein herzliches Wort des Dankes geht zudem an Frau Weigand, die Leiterin des Bereichs Medienkompetenz und Jugendschutz in der BLM. Sie und ihr Team haben die Studie seitens der Landeszentrale betreut und viel Herzblut in das Projekt und das Workbook gesteckt.

Bevor es gleich losgeht, noch ein paar Worte zur Entstehungsgeschichte des Projekts. Warum kümmert sich eine Aufsichtsbehörde wie die BLM um Ethik für Start-ups?

Meine Damen und Herren, die Antwort ist ganz einfach: Weil die BLM viel mehr ist als „nur“ eine Aufsichtsbehörde.

So spielen Medien- und Nutzerschutz in der Arbeit der BLM seit ihrer Gründung eine zentrale Rolle. In Zeiten der Digitalisierung ist diese Aufgabe sogar noch wichtiger geworden.

Die Landeszentrale setzt sich für eine am Menschen orientierte Digitalisierung ein.

So verabschiedete der BLM-Medienrat im Jahr 2019 Leitlinien für eine Digitale Ethik. Sein Credo: Digitalisierung muss auf den nicht verhandelbaren Grundwerten unserer Gesellschaft aufbauen. Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat, Menschenrechte. Voraussetzung dafür ist die Transparenz digitaler Prozesse gegenüber den Nutzerinnen und Nutzern. Ziel muss sein, die Chancen der neuen Technologien zu nutzen, sich aber gleichzeitig möglicher Problematiken bewusst zu sein und rechtzeitig gegenzusteuern.

Anders gesagt: Die Herausforderung ist es, als Gesellschaft die Digitalisierung und die Technisierung der Medien zu gestalten und verantwortungsvoll mit ihr umzugehen.

In diesem Sinne engagieren uns seit vielen Jahren für die innovative Weiterentwicklung der Medienlandschaft in Bayern. Denn meine feste Überzeugung ist: Im Wettbewerb um das Publikum kann nur bestehen, wer den digitalen Wandel mitgestaltet.

Aus diesem Grund unterstützt die BLM in ihren Media Labs in München und Ansbach Start-ups dabei, Geschäftsmodelle für die digitale Medienwelt zu entwickeln und neue Distributionsplattformen zu erschließen. Themen wie mobiler Medienkonsum und crossmediales Marketing, Datenjournalismus, Sprachsteuerung und Künstliche Intelligenz stehen hier ganz oben auf der Agenda.

Eine Beobachtung aus der letzten Zeit: Immer häufiger wird Medien-Unternehmen die spannende Frage nach ihren Werten gestellt. Start-ups sollten sich daher nicht nur mit technischen und organisatorischen, sondern auch mit ethischen Fragestellungen befassen.

Wie aber begegnen Medienunternehmen der Frage nach ihren Werten – oder auch ihrer Nachhaltigkeit? Aus diesen Überlegungen entstand vor zwei Jahren unser Forschungsprojekt. Ziel war es zu untersuchen, wie ethische Überlegungen und Standards von Anfang an, also „by design“, in den Gründungs- und Geschäftsprozess von Unternehmen einfließen können.

Daraus ist am Ende das toll illustrierte Workbook „Start-up with Ethics“ entstanden. Der kopaed-Verlag hat es – sowohl als Buch als auch als E-Book – veröffentlicht. Es bietet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den individuellen Bedarf der ethischen Fragestellungen in einem Start-up.

Meine Damen und Herren – mehr will ich gar nicht vorwegnehmen. Ich freue mich auf die Veranstaltung und über Ihr reges Interesse daran. Es zeigt: Wir haben mit dem Thema „Ethik für Start-ups“ einen Nerv getroffen.

Ich persönlich bin sicher: Nur wer auch auf ethische Standards setzt, wird am Markt langfristig Erfolg haben. Vielen Dank.