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Grußwort von Dr. Thorsten Schmiege, BLM-Präsident und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Medien.Bayern GmbH zur Eröffnung der MEDIENTAGE MÜNCHEN am 25.10.2021

25.10.2021 | P&R / 2021

- Es gilt das gesprochene Wort! -


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!
Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Herzlich willkommen zu den 35. MEDIENTAGEN MÜNCHEN!
Hier vor Ort im Isarforum München.
Online oder vor dem Fernseher – wo immer Sie dabei sind!

„New Perspectives“ – Neue Perspektiven.
So lautet das Motto MEDIENTAGE MÜNCHEN 2021.
Es ist zugleich eine Premiere:
Zum ersten Mal finden die Medientage hybrid statt.
Wir wollen ihnen damit in diesem Jahr das Beste aus der analogen und der digitalen Welt bieten.

Und auch für mich persönlich sind die Medientage eine Premiere.
Als neuer Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien darf ich Sie zum ersten Mal begrüßen.
Ich freue mich Ihr Gastgeber zu sein.
Das ist sozusagen meine persönliche, ganz neue Perspektive.

Ein ganz herzliches Grüß Gott an den Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder!

Es ist für mich ein wichtiges Signal, dass Sie heute hier sind.

Es zeigt die Bedeutung des Medienstandortes Bayern für Sie.

Aber auch die Bedeutung der Medienbranche für die Politik insgesamt:
Medien spielen für unsere Demokratie, für unsere Gesellschaft eine unverzichtbare Rolle.

Vielen Dank für Ihr Kommen!

Es ist immer schwierig, in einer Begrüßung einzelne hervorzuheben.
Einen möchte ich dennoch willkommen heißen.
Er wird zum ersten Mal seit 10 Jahren die Medientage nicht eröffnen.
Und doch ist er als Ehrengast natürlich dabei:
Ich freue mich, dass mein Vorgänger Siegfried Schneider heute hier ist.

Meine Damen und Herren – die Zeichen stehen auf Neubeginn.
Auf den MEDIENTAGEN wollen wir Ihnen in diesem Jahr Zukunftsperspektiven eröffnen.
Gerade nach der Pandemie wollen wir in den kommenden fünf Tagen nach vorne blicken.

Mehr als 400 Referentinnen und Referenten in über 100 Sessions liefern:

  • Überraschende Perspektiven.
  • Gemeinsame Perspektiven.
  • Internationale Perspektiven.
  • Vielfältige Perspektiven.

Wie haben sich Medien-Nutzung und Medien-Angebote verändert?
Was ist jetzt notwendig, um das Publikum zu erreichen?
Gibt es einen Neubeginn nach der Pandemie?

Klar ist:
Die Transformation in den Medien schreitet voran.
Taktgeber ist die Digitalisierung.
Und der Takt hat sich in der Pandemie noch einmal massiv erhöht.

Technologie, Plattformen und neue digitale Kanäle.
Damit sollten wir uns beschäftigen.
Und damit werden wir uns beschäftigen.

Neue Perspektiven – das diesjährige Motto der MEDIENTAGE MÜNCHEN.
Es ist nicht weniger als ein Versprechen:


Wir wollen Impulse geben,

  • wie Medien die Zukunft gestalten und
  • wie sie vom digitalen Wandel profitieren können.

Damit SIE die vielfältigen Chancen nutzen können.

Im Fokus stehen die wichtigsten gesellschaftlichen und medienpolitischen Debatten.
Von Regulierung und Meinungsvielfalt bis hin zu den neuesten Trends in der digitalen Transformation.
Auch das Thema Nachhaltigkeit wird zum ersten Mal auf einem eigenen Gipfel beleuchtet.

Die letzten Monate haben uns sehr deutlich gezeigt:
Das Rad dreht sich immer schneller.
Nutzung und Bedürfnisse von Zielgruppen können morgen schon ganz andere sein.
Reagieren reicht nicht mehr.
Das ist viel zu passiv.
Medien müssen immer agiler werden.
Sie müssen Agieren statt zu reagieren.

Hier sind neue – mitunter überraschende - Perspektiven gefragt.
Deshalb ist der Austausch zu neuen Trends und Entwicklungen besonders wichtig.
Ein Austausch, wie wir ihn auf den Medientagen bieten.

Dazu passt das neue Selbstbewusstsein der Sender, das morgen auf dem TV-Gipfel diskutiert wird.

Eine ganz wesentliche Entwicklung:
Qualitativ hochwertige Inhalte und verlässliche Informationen erleben ein Comeback.
In den digitalen und den klassischen Medien.
Ein Beispiel dafür:
Private Anbieter fordern aktuell die öffentlich-rechtlichen Sender mit Mut zu gesellschaftlich relevanten Formaten heraus.
Ich bin gespannt auf Thilo Mischke. Was sagt er uns zur „neuen Ernsthaftigkeit“?

Ich bin davon überzeugt:
Der publizistische Wettbewerb um Public Value, um Qualitätsinhalte, tut der gesamten Medienbranche gut.
Eine Art Gegenbewegung zur Schnelllebigkeit oder inhaltlicher Verflachung.

Die Botschaft ist auch: Die öffentlich-rechtlichen Sender haben kein Monopol auf guten Content.

Apropos:

  • Guter Content.
  • Vermarktung,
  • und Innovation –

das sind die Gamechanger in der digitalen Medienwelt.
Basis von all dem ist und bleibt gute Ausbildung!
Nur wer Talente ausbildet und fördert hat eine Chance auf dem Markt.
Und nur wer erfolgreich am Markt ist, kann Talente auch langfristig halten.

Nicht ohne Grund widmen wir bei den MEDIENTAGEN den Freitag dem Thema Ausbildung.

Neue gemeinsame Perspektiven sind gefragt – auch beim Thema Allianzen.

Keine Frage: Publizistischer Wettbewerb ist wichtig und unverzichtbar.
Gleichzeitig stehen alle und gerade kleine Anbieter vor der gleichen Herausforderung: Wie kann man gegen die großen
Plattformen im Digitalzeitalter bestehen?
Denn sie sind nicht mehr nur Gatekeeper.
Sie drängen selbst mit Macht auf den Inhalte-Markt.

Für die Anbieter muss es hier Kooperation statt Konfrontation heißen.

Dafür gibt es verschiedene Ansätze.
Auch darüber werden wir in den kommenden Tagen diskutieren.
Und es geht dabei nicht oder nicht nur um eine Weiterentwicklung des Medienkonzentrationsrechts.

Die Medienplattform Bayern ist so ein Beispiel.
Bei der BLM entsteht gerade der Prototyp einer Lokalplattform.
Inhalte lokaler Medienanbieter werden gebündelt und verknüpft, ohne in den publizistischen Wettbewerb einzugreifen.
Ziel ist es, kleine und große Medienunternehmen zu unterstützen.
Sie sollen die Digitalisierung aus einer Position der Unabhängigkeit, aus einer Position der Freiheit heraus mitgestalten.
Auch an dieser Stelle müssen wir die Meinungsvielfalt schützen.
Und damit die Meinungsfreiheit sichern.

„Groß denken, klein anfangen“ – das sollte dabei aus meiner Sicht die Devise sein.

Apropos: Auch der neue Medienstaatsvertrag hat einmal klein angefangen.
Unter anderem mit Diskussionen auf den Medientagen hier in München.

Im letzten Jahr ist er nun in Kraft getreten.
Endlich!
Er nimmt richtigerweise die neuen Gatekeeper wie Medienplattformen und vor allem Intermediäre in den Fokus.
Gerade den Medienanstalten wurden hier spannende neue Aufgaben übertragen.

Wir wollen auf den Medientagen darüber diskutieren, wo wir ein Jahr nach seinem Inkrafttreten stehen.


Es geht um Fragen wie

  • Auffindbarkeit,
  • Transparenz
  • und Chancengleichheit.

Ohne den Diskussionen vorgreifen zu wollen:
Aus meiner Sicht besteht aller Grund selbstbewusst festzustellen:
Der Medienstaatsvertrag wirkt.

Hier gibt es auch eine neue internationale Perspektive.

Denn der Medienstaatsvertrag beeinflusst im Übrigen auch die Diskussion in Europa zum Digital Markets Act (DMA) und Digital Services Act (DSA).
Ursprünglich wurde nur über das Ziel gesprochen, wie man Plattformen in Europa fördert. Mittlerweile ist – so hoffe ich – auch in Brüssel angekommen:
Auf einer digitalen Agenda kommt den Medien eine Sonderrolle zu.
Vielfaltssicherung und Nutzerschutz sind bei den Ländern gut aufgehoben.

Die Regulierung kann, sie muss hier steuernd mitwirken.

  • Sei es durch Förderung von Qualitätsmedien.
  • Sei es durch Initiativen wie beim Kampf gegen Hass und Hetze im Internet.
  • Oder eben, indem gesetzliche Regelungen durchgesetzt werden.

Aber: Regulierung kann nicht alle Probleme lösen.
EINE wichtige Aufgabe muss immer bei den Medien bleiben:
Sie können, sie müssen alle Stimmen in unserer demokratischen Gesellschaft abbilden.
Und Polarisierungen auflösen.

Genau das ist die Stärke der Medien.
Und ein Zeichen für Qualitätsjournalismus.
Differenzieren und einordnen.
Statt verengen und nur zuspitzen.
Denn in der digitalen Welt bedeutet Masse eben nicht automatisch Vielfalt.
Und es gibt mehr als schwarz und weiß.

Wir müssen uns auseinandersetzen mit schwierigen Themen und anderen Meinungen, auch wenn es im Einzelfall schwerfallen mag.

Das heißt:

  • Vielfalt in der Debatte,
  • Vielfalt von Angeboten, die auch beim Nutzer ankommt,
  • Vielfalt in den Formaten und den Blickwinkeln.

So paradox es klingt: Gerade in der digitalen Welt ist eine Vielfalts-Offensive gefragt.

Für mich ist dabei eines klar:
Zentralisierung ist Gift für die Vielfalt.

Deshalb ist der Föderalismus immer noch die beste Garantie für Vielfalt.

Der Medienstandort Bayern ist das beste Beispiel dafür.

  • Über 100 lokale Rundfunkangebote.
  • Knapp 100.000 Beschäftigte und 36 Mrd. Euro Umsatz
  • Und nicht zuletzt auch die MEDIENTAGEN.

Mal ehrlich: Hätte es diese Entwicklung auch gegeben, wenn die Medienwirtschaft zentral aus Berlin gesteuert worden wäre?

Gerade die föderale Perspektive sichert digitale Vielfalt.
Und keine Vereinheitlichung auf Bundes- oder gar EU-Ebene.

Zuletzt bleibt mir, allen Beteiligten dieses hybriden Mammut-Projekts herzlich für ihr Engagement zu danken!
Vor allem dem Chef der Medientage!
Stefan Sutor und seinem Team der Medien.Bayern GmbH.

Ein großer Dank geht zudem an unsere Partner und Sponsoren!
Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen Ausstellern, Partnern und Unterstützern.
Vielen Dank für Ihre Treue!
Danke an den Premium Partner Vodafone
Danke an Google Discovery und Amazon
Und auch ein großer Dank an den Bayerischen Rundfunk als Partner der Übertragung des Medientage-Gipfels.

Meine Damen und Herren,
wir alle haben unsere Erfahrungen mit Videokonferenzen.
Mal bessere, mal schlechtere.
Im letzten Jahr haben wir zu dem Online-Format der Medientage sehr viele, überwiegend positive Rückmeldungen bekommen.
Aber es fehlt auch etwas.

Ich bin auch voller Zuversicht:
Die diesjährige Premiere mit einer Kombination von Präsenz und Online wird technisch gut funktionieren.
Und wer weiß: Vielleicht sind hybride Formaten die Zukunft für Konferenzen und Kongresse.
Hier würde mich IHRE Perspektive interessieren!

Ich PERSÖNLICH freue ich mich aber vor allem und ganz besonders auf echte, analoge Begegnungen.

- Bei einem der zahlreichen Get Together.
- Auf einer der Gipfelveranstaltungen.
- Oder einem der vielen Panels.

Ganz egal in welchem Format und zu welchem Anlass:
Ich hoffe, wir eröffnen Ihnen in den nächsten Tagen neue Perspektiven.
Vielen Dank.