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Grußwort von BLM-Präsident Dr. Thorsten Schmiege zur Eröffnung der 9. media.innovations am 5. April 2022

05.04.2022 |

- Es gilt das gesprochene Wort! - 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

herzlich willkommen zum 9. Medieninnovationstag der BLM und des MedienNetzwerks Bayern!

In Krisenzeiten ist es sicher nicht leicht, Wandel zu gestalten und Innovationen anzustoßen.

Dabei ist gerade in Krisensituationen Innovationsgeist gefragt. Was bedeutet „Innovation“ also im Jahr 2022, mit all den Krisen um uns herum?

Innovation ist kein Selbstzweck.

Ziel von Medieninnovation ist die Entwicklung relevanter Angebote.

Nur dann hat Innovation einen Mehrwert für den Einzelnen und die Gesellschaft.

Das gilt in den Medien für Nachrichten und Information genauso wie für Unterhaltung und den Austausch mit der Community.

Wie wichtig die Schaffung relevanter Angebote ist, zeigt die „Renaissance von seriösen Informationen“.

  • Das zeigt uns die Pandemie seit mehr als zwei Jahren.
  • Das zeigt uns aktuell aber ganz besonders der Krieg in der Ukraine.

Aber was heißt Innovation in Krisenzeiten ganz konkret?

Dazu ein Beispiel aus den Lokalen Medien in Bayern:

Viele haben hilflos auf die fürchterlichen Entwicklungen in der Ukraine geschaut

Die lokalen Rundfunksender haben dagegen schnell und unbürokratisch reagiert.

Um das Leid derjenigen zu lindern, die Schutz suchend nach Bayern geflohen sind haben sie ihre Reichweite genutzt, um

  • Zielgerichtet zu Spenden aufzurufen
  • Nachrichten auf Ukrainisch zu verbreiten
  • oder Unterkünfte zu vermitteln.

Ein Beispiel dafür wird Radio Gong-Geschäftsführer Johannes Ott gleich schildern:

Mit seinem Netzwerk, seiner Reichweite und voller Tatkraft hat der Sender blitzschnell Hilfe für Geflüchtete organisiert.

Das ist Innovation, die etwas bewirkt.

Durch den Krieg in der Ukraine hat sich aber die Arbeit für die Medien insgesamt schlagartig verändert.

Judith Wittwer (Herter) von der Süddeutschen Zeitung wird dazu später berichten.

Auch darüber, welche Verantwortung hier den Medien in Deutschland für die Gesellschaft zukommt.

Wie kann man in Zeiten von Fake-News und Kriegspropaganda Verantwortung wahrnehmen und dadurch Vertrauen in journalistische Angebote im Netz zu schaffen?

Dazu lernen wir heute zwei innovative Projekte mit unterschiedlichen Ansätzen kennen.

  • Bei „facts for friends“, einem Faktenfinder für die junge Zielgruppe, soll die Community beim Faktencheck helfen.
  • In der „Journalism Trust Initiative“ von Reporter ohne Grenzen geht es um brancheninterne Standards für das bessere Erkennen seriöser Informationen im Netz.

So wichtig es ist, schnell und einfallsreich auf Krisen zu reagieren, so wichtig ist auch der langfristige Blick:

  • Wie gelingt Innovation nachhaltig?
  • Welche digitalen Geschäftsmodelle lassen sich realisieren?

Da lohnt – ausnahmsweise – ein Blick aus Bayern heraus.

Genauer gesagt nach Münster, zum Landwirtschaftsverlag.

Dort arbeitet man seit Jahren erfolgreich an der Verzahnung der verschiedenen Angebote mit der digitalen Welt.

Die konsequente Ausrichtung an der teils speziellen Community zeigt: Hier wird Innovation als etwas begriffen, dass die Kultur, die Struktur eines ganzen Unternehmens verändert.

Um Strukturveränderungen geht es auch in einem weiteren „Best Case“:

Wie kann der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Journalismus sinnvoll gestaltet werden, um interne Prozesse zu verbessern?

Das Team der „BR AI and Automation Lab“ wird die Antworten auf diese Frage mit uns teilen.

Schon vor der Pandemie-Zeit war klar:

Die digitale Transformation der Arbeitswelt ist nicht mehr aufzuhalten.

Ohne digitale Kompetenz werden die Menschen künftig weder im Lebens- noch im Berufsalltag zurechtkommen.

  • Doch wie steht es um die digitale Kompetenz in Deutschland?
  • Und was bedeutet das für Medienschaffende?

Dieser Versuch einer Standortbestimmung bildet den Abschluss der heutigen media.innovations.

Mit Think Tanks aus Wissenschaft und Praxis.

Denn, was wäre ein Innovations-Event ohne die Teilnahme von Think Tanks?


Sie sehen: Uns erwartet ein spannender Tag mit Innovationen rund um

  • Inhalte und
  • Formate,

aber auch

  • in Strukturen und
  • Arbeitsformen.

Vielleicht bekommen dadurch auch einige Lokalsender, die heute der Veranstaltung folgen, Lust auf Innovation.

Die Umsetzung innovativer Audio- und Bewegtbildprojekte wird von der Landeszentrale unterstützt.

Mit einer Programmförderung von zusätzlich insgesamt 50.000 Euro:

Lokale Rundfunkanbieter in Bayern können sich noch bis zum 25. April bewerben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine spannende Veranstaltung und lohnende Erkenntnisse!